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Nach Supreme-Court-Urteil : Gibt es ein Menschenrecht auf Abtreibung?

Abtreibung bald wieder mit diesem „Hifsmittel“? Protest vor dem Obersten Gericht in Washington Bild: Reuters

In Fragen von Leben und Tod gibt es große Unterschiede nicht nur zwischen Amerika und Europa. Aber ein absolut zu setzendes Recht auf Abtreibung gibt es jedenfalls nicht.

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          Der Tweet des Bundeskanzlers war ein echter Scholz. „Es ist gut“, so der deutsche Regierungschef am Samstag, dass das Werbeverbot für Abtreibungen bald Geschichte sei, dessen Streichung der Bundestag beschlossen hatte. „Gleichzeitig erinnert uns der gestrige Tag: Es ist noch ein langer Weg bis zur Geschlechtergerechtigkeit. Bei uns – und in vielen anderen Teilen der Welt.“ Ein nicht ausdrücklicher, aber doch klarer Bezug auf die Entscheidung des amerikanischen Supreme Courts, die Abtreibungsfrage nun wieder in die Kompetenz der Staaten zu legen und eine jahrzehntealte Rechtsprechung zu ändern. Scholz fügte hinzu: „Frauenrechte sind bedroht. Wir müssen sie konsequent verteidigen.“

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

          Deutlicher wurde der kanadische Premierminister Justin Trudeau, der von Horrornachrichten aus den Vereinigten Staaten sprach und verkündete, sein Herz sei mit den Millionen amerikanischer Frauen, die nun ihr Recht auf Abtreibung verlieren würden. Und der französische Präsident Emmanuel Macron nahm sogar den eigentlichen „Schuldigen“ ausdrücklich ins Visier: Abtreibung sei ein fundamentales Recht aller Frauen, das geschützt werden müsse. Er drücke seine Solidarität mit den Frauen aus, deren Freiheiten vom Supreme Court unterminiert würden.

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