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Nach Rückzug amerikanischer Truppen : Viele Tote bei Gefechten und Anschlägen im Irak

  • -Aktualisiert am
Mutmaßliche Mitglieder von Al Qaida hatten sich mit Autobomben Zugang zu einem aufwendig gesicherten Gelände in Ramadi verschafft.

Mutmaßliche Mitglieder von Al Qaida hatten sich mit Autobomben Zugang zu einem aufwendig gesicherten Gelände in Ramadi verschafft. Bild: AFP

Mutmaßliche Al-Qaida-Terroristen haben ein Hochsicherheitsgelände in der zentralirakischen Stadt Ramadi gestürmt, dabei kamen mindestens zehn Menschen ums Leben. Bei weiteren Anschlägen gab es Tote.

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          Bei den ersten Gefechten der irakischen Armee mit bewaffneten Extremisten seit dem Rückzug der amerikanischen Armee sind in der zentralirakischen Stadt Ramadi mindestens zehn Personen getötet und knapp 20 weitere verletzt worden. Unter den Toten befinden sich vier Polizisten, ein Zivilist und mindestens fünf Aufständische. Die Aufständischen, mutmaßlich Mitglieder von Al Qaida, hatten sich mit Autobomben Zugang zu einem aufwendig gesicherten Gelände verschafft, auf dem unter anderem der Stadtrat von Ramadi und die Anti-Terror-Einheiten ihren Sitz haben. Im Hochsicherheitstrakt auf dem Gelände sind Mitglieder von Al Qaida inhaftiert. Zuvor waren zwei Autobomben vor der nahegelegenen Moschee Daula al Kabir explodiert. Die letzten amerikanischen Soldaten hatten den Irak am 18. Dezember verlassen.

          Nachdem die Aufständischen auf dem Gelände Geiseln genommen hatten, wurde es von den Sicherheitskräften umstellt. In der ganzen Stadt dauerten am Nachmittag die Schießereien an. Die fünf Extremisten, die Militäruniformen und Sprengstoffgürtel trugen, wurden durch Heckenschützen unterstützt, die von Dächern aus die Polizei daran hinderten, gegen die Eindringlinge vorzugehen. Möglicherweise wollten die Extremisten Häftlinge befreien. Während einer von ihnen am Tor getötet wurde, verschafften sich die anderen vier mit Hilfe ihrer Schusswaffen Zugang zum Gelände. Zwei von ihnen sollen sich in die Luft gesprengt haben.

          Am Sonntag detonierte in der nahegelegenen Stadt Baidschi eine Autobombe, in Takrit tötete die Polizei zwei mutmaßliche Selbstmordattentäter vor einer Bank. Seit dem 1. Januar sind im Irak mindestens 145 Personen durch Anschläge getötet worden. Die meisten von ihnen waren schiitische Pilger, die zu Fuß auf dem Weg zu Wallfahrtsorten waren. Am Samstag hatte ein Selbstmordattentäter, der sich unter die Pilger gemischt hatte, die von Basra zum Wallfahrtsort al Zubair unterwegs waren, 53 Personen getötet und 137 verletzt. Die größte schiitische Zeremonie, an der am Samstag anlässlich des Feiertags „Arbain“ in Kerbela mehr als zwölf Millionen Pilger teilnahmen, verlief indessen ohne Zwischenfälle.

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