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Nach rechtsextremer Demo : Ausnahmezustand in Charlottesville

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Die amerikanische Nationalgarde von Virginia bewacht die Innenstadt von Charlottesville, nachdem nach Unruhen der Ausnahmezustand ausgerufen wurde. Bild: AFP

Ein Auto rast in eine Menschenmenge, ein Polizeihubschrauber stürzt ab: Nach einer Demonstration des Ku-Klux-Klan und der Alt-Right-Bewegung eskaliert die Lage in Charlottesville bis zum Ausnahmezustand.

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          An einer Kundgebung rechtsnationalistischer und rassistischer Gruppen hat sich im amerikanischen Bundesstaat Virginia massive Gewalt entzündet. Die Behörden in der Universitätsstadt Charlottesville sprachen am Samstag von insgesamt drei Toten und mindestens 35 Verletzten.

          Unter den Toten befindet sich eine 32-jährige Frau, die von einem Auto überfahren wurde, das am Rande der Kundgebung in eine Menschenmenge gerast war. 19 weitere Menschen seien bei der Autoattacke verletzt worden, einige von ihnen schwer, sagte Polizeichef Al Thomas. Videoaufnahmen und Augenzeugenberichte weisen auf eine absichtliche Tat hin. Als Verdächtigen hat die Polizei den 20-jährigen James Alex Fields Junior in Gewahrsam genommen. Er soll sein Auto vorsätzlich in eine Gruppe von Menschen gesteuert haben, die gegen die Kundgebung von rechtsextremen Gruppen protestierten. Die amerikanische Bundespolizei FBI hat die Ermittlungen zu der tödlichen Auto-Attacke übernommen. Der Fall werde als möglicher Verstoß gegen die Bürgerrechtsgesetze behandelt, teilte das FBI am Samstagabend mit.

          Mit Schlagstöcken und Schildern gingen Mitglieder der rechtsnationalistischen Bewegung gegen Gegendemonstranten in Charlottesville vor. Bilderstrecke

          Unabhängig davon seien weitere 16 Menschen im Zusammenhang mit der Kundgebung verletzt worden. Zwei weitere Todesopfer forderte ein Hubschrauberabsturz unweit der Kundgebung, beide Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Über die Absturzursache lagen vorerst keine Angaben vor – es ist noch unklar, ob sie mit den Unruhen zusammenhängt. Eine Untersuchung wurde eingeleitet.

          Am Rande der Kundgebung des rassistischen Ku-Klux-Klans und verschiedener ultrarechter Gruppen in der Stadt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten gekommen. Die Behörden verhängten den Ausnahmezustand. Für die Gewalt verantwortlich machte der örtliche Verwaltungschef Maurice Jones „Leute, die hierher gekommen sind, um Gewalt und Chaos und Unruhe stiften“.Amerikas Präsident Donald Trump verurteilte die Ausschreitungen. Trump schrieb am Samstag auf Twitter, in den Vereinigten Staaten sei kein Platz für solchen „Hass“ und solche Gewalt.

          Schon Stunden vor der angekündigten Demonstration hatten sich Teilnehmer beider Seiten heftige Schlägereien geliefert. Hunderte Menschen, die zum Teil Symbole von weißen Nationalisten trugen, waren in der Innenstadt mit einer ähnlichen Zahl von Gegendemonstranten aneinandergeraten. Mitglieder beider Gruppierungen trugen Helme und Schutzanzüge, einige schwenkten Holzpfosten.

          Einige der Rechtsextremisten erhoben die rechte Hand zum Hitler-Gruß. Viele führten Flaggen der früheren Südstaaten-Konföderation mit sich, die liberale amerikanische Bürger als Symbol des Rassismus betrachten. Manche Teilnehmer führten Trumps Wahlkampf-Slogan „Make America Great Again“ mit sich.

          Demonstranten auf beiden Seiten seien gegenseitig mit Tränengas aufeinander losgegangen, berichtete eine CNN-Reporterin vor Ort. Zudem hätten sie ihre Fahnen als Schlagstöcke verwendet, Flaschen seien geflogen. Mehrere Menschen wurden verletzt, meldet der amerikanische Sender. Polizeikräfte griffen ein und trennten beide Demonstrationsgruppen und erklärten die angemeldete Veranstaltung für beendet. Jason Kessler, der die rechte Kundgebung organisiert hatte und sich selbst auf seiner Website als Gründer einer Organisation für die „Verteidigung der westlichen Zivilisation“ bezeichnet, erklärte in einem Periscope-Video: „Das hier ist noch nicht vorbei.“

          Der Gouverneur von Virginia, der Demokrat Terry McAuliffe, zeigte sich entsetzt über die Vorfälle. Er sprach von „weißen Rassisten und Nazis“, die „Hass, Menschenverachtung und Gewalt“ verbreiteten. Er rief aufgrund der gewalttätigen Ausschreitungen für Charlottesville den Ausnahmezustand aus. Eine solche Maßnahme erleichtert es, zusätzliche Sicherheitskräfte heranzuziehen, wenn dies für nötig gehalten wird. Der Stadtrat ermächtigte die Polizei am Abend, eine Ausgangssperre zu verhängen, sollte dies nötig sein.

          Zu der Demonstration aufgerufen hatte neben dem Ku-Klux-Klan auch die sogenannte Alt-Right-Bewegung, die neonazistisches Gedankengut vertritt und Amerikas Präsident Donald Trump unterstützt. Anlass für die Kundgebung unter dem Motto „Vereinigt die Rechte“ war ein Stadtratsbeschluss, eine Statue des Konföderierten-General Robert E. Lee aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861 bis 1865) zu entfernen. Erwartet wurden bis zu 6000 Teilnehmer aus verschiedenen Spektren der Ultrarechten. In der Nacht auf Samstag hatten rechte Demonstranten bereits einen Fackelzug durch Charlottesville abgehalten.

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