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Nach Protesten gegen Asia Bibi : Radikaler Kleriker in Pakistan festgenommen

  • Aktualisiert am

Der Chef der pakistanischen Islamistenpartei TLP, Chadim Hussain Riswi Bild: AFP

Mit seiner Islamistenpartei TLP führte der radikale Kleriker Chadim Hussain Riswi in Pakistan die Proteste gegen die Freilassung der Christin Asia Bibi an. Nun befindet er sich selbst in Haft.

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          Nach Protesten gegen die Freilassung der Christin Asia Bibi ist in Pakistan ein radikaler Kleriker festgenommen worden. Der Chef der Islamistenpartei Tehreek-e-Labaik (TLP), Chadim Hussain Riswi, sei am Freitagabend festgesetzt worden, teilte der pakistanische Informationsminister Fawad Tschaudhri auf Twitter mit. Riswis Partei hatte die Proteste gegen den Freispruch der Christin vom Vorwurf der Gotteslästerung angeführt. Der Regierung zufolge steht die Festnahme aber in keinem Zusammenhang mit dem Fall Bibis.

          Riswi sei von der Polizei vor einer für Samstag in Islamabad geplanten Kundgebung in „Schutzhaft“ genommen und in ein „Gästehaus“ gebracht worden, erklärte Tschaudhri. Es handle sich dabei um eine Maßnahme zur „Sicherung des öffentlichen Lebens, Eigentums und der Ordnung“.

          Die Festnahme habe nichts mit dem Prozess gegen Bibi zu tun, versicherte der Minister. „Das Gesetz soll seinen Lauf nehmen und es kann nicht Einzelnen überlassen werden“, fügte er hinzu.

          Der Fall der Christin Bibi hatte international für Aufsehen gesorgt. Sie wurde vor acht Jahren wegen angeblicher Gotteslästerung in Pakistan zum Tode verurteilt und saß seitdem in Haft. Zwar hob das Oberste Gericht des Landes Ende Oktober das Todesurteil auf und sprach sie von allen Vorwürfen frei, doch konnte sie wegen massiver Proteste von Islamisten ihre Heimat bisher nicht verlassen. In einem am Freitag veröffentlichten Video rief ein TLP-Vertreter erneut zu Protesten auf.

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