https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/nach-pelosis-besuch-in-taiwan-chinas-testlauf-fuer-seeblockade-18219375.html

Nach Pelosis Besuch : Chinas Testlauf für eine Seeblockade

Treffen unter Beobachtung: Nancy Pelosi mit der taiwanischen Präsidentin Tsai Ing-wen in Taipeh Bild: Getty

Nach der Abreise von Nancy Pelosi richten sich alle Blicke auf die angekündigten chinesischen Militärmanöver. Diese werden vor der Küste Taiwans abgehalten. Taipeh ist besorgt.

          5 Min.

          Noch während Präsidentin Tsai Ing-wen sich mit Nancy Pelosi traf, berief das taiwanische Verteidigungsministerium am Mittwoch eine Pressekonferenz ein. Es machte deutlich, dass es nach der Abreise der „Sprecherin“ des Repräsentantenhauses ungemütlich werden könnte. China hatte am Dienstagabend, nur fünfzehn Minuten nach der Landung Pelosis, Militärmanöver in den Gewässern rund um Taiwan angekündigt. Es hatte sechs Seegebiete benannt, die „aus Sicherheitsgründen“ von Donnerstag bis Sonntag für anderen Schiffs- und Flugverkehr ge­sperrt seien. Eines der Gebiete ist nur 18 Kilometer von der taiwanischen Küste entfernt.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Die Sperrungen kämen einer See- und Luftblockade Taiwans gleich, sagte Oberst Yu Jianchang, der stellvertretende Leiter der juristischen Abteilung des Verteidigungsministeriums. Zudem reichen die von China ausgewiesenen Gebiete bis in die von Taiwan beanspruchten Terri­torialgewässer hinein. Das sei ein Verstoß ge­gen das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen, sagte Yu.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Gas geben: Minister Habeck hat ein Konsortium mit TES-Geschäftsführer Alverà (rechts) ausgewählt, um in Wilhelmshaven ein schwimmendes LNG-Terminal zu bauen.

          Gasexperte Alverà : „Es gäbe genügend Gas für Europa“

          In diesem Jahr gibt Europa 1000 Milliarden Euro zusätzlich für seine Energie aus. Der Gasexperte Marco Alverà hat ein Rezept, wie Europa seine Gasversorgung schnell stabilisieren kann.
          Ab Juli 2023 werden keine neuen Karten mit Maestro-Funktion mehr ausgegeben.

          Ende eines Zahlungsmittels : Bye-bye, EC-Karte

          Eines der liebsten Zahlungsmittel der Deutschen wird abgeschafft: Bald gibt es keine Karten mit Maestro-Funktion mehr. Woran das liegt und was das für Kunden bedeutet.
          Die Drei von der Ampel: Lindner, Habeck und Scholz

          Krisenmanagement der Ampel : Ein Bild des Jammers

          Die Koalition kämpft gegen gleich mehrere Krisen. Manchmal gut, manchmal schlecht – manchmal schafft sie sich die Krise aber auch selbst.