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Nach gelungener Operation : Papst spricht erstmals Angelus-Gebet aus der Klinik

  • Aktualisiert am

Vorsorge getroffen für den Fall, dass er nicht mehr selbst entscheiden kann? Papst Franziskus mit kranken Kindern Mitte Juli auf dem Balkon seiner Klinik in Rom Bild: dpa

Papst Franziskus bedankt sich vom Balkon seiner Klinik für die vielen Genesungswünsche – und wirbt für ein gutes, kostenloses Gesundheitswesen.

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          Papst Franziskus hat zum ersten Mal in seinem Pontifikat das Angelus-Gebet aus dem Krankenhaus gebetet. Nach seiner Darm-Operation vor einer Woche bedankte er sich am Sonntag von einem Balkon des 10. Stocks der römischen Gemelli-Klinik „von ganzem Herzen“ für die guten Wünsche und Gedanken. Besonders hob er den Einsatz des medizinischen und pflegerischen Personals hervor. Neben dem Kirchenoberhaupt standen auf dem Balkon auch einige kranke Kinder. Der 84 Jahre alte Papst selbst machte einen rüstigen Eindruck und absolvierte die gesamte Ansprache im Stehen.

          In den Tagen seines Krankenhausaufenthalts habe er erfahren, wie wichtig ein gutes, kostenfreies und für alle zugängliche Gesundheitssystem sei. „Dieses wertvolle Gut dürfen wir nicht verlieren. Wir müssen es pflegen“, betonte Franziskus. Dafür müsse sich jeder einsetzen und seinen Beitrag leisten.

          Zwar sei auch die Kirche manchmal versucht, eine der eigenen Gesundheitseinrichtungen, etwa ein Krankenhaus, zu verkaufen, wenn es dieser wirtschaftlich schlecht gehe. Aber die Sendung der Kirche sei es nicht, Geld zu machen, betonte Franziskus. Letzten Endes müsse der Dienst der Kirche am Kranken immer unentgeltlich sein, so der Papst weiter.

          Papst: Nähe ist wie eine Salbung

          Vor dem Krankenhaus hatten sich zahlreiche Menschen versammelt, die dem Papst zujubelten. Franziskus drückte gegenüber den Ärzten sowie allen im Gesundheitsdienst oder der Pflege Tätigen seine Anerkennung aus und sprach ihnen Mut zu. Zugleich erinnerte er an alle Kranken, besonders an kranke Kinder. Das Leiden der Kinder sei nur schwer zu begreifen, so Franziskus. Aber niemand werde mit seiner Krankheit alleingelassen.

          „Dritter Vatikan“: Franziskus am Sonntag auf dem Balkon in der Klinik „Agostino Gemelli“ in Rom, wo traditionell die Päpste behandelt werden.
          „Dritter Vatikan“: Franziskus am Sonntag auf dem Balkon in der Klinik „Agostino Gemelli“ in Rom, wo traditionell die Päpste behandelt werden. : Bild: dpa

          Im Evangelium des Tages spreche Markus davon, dass die Jünger Jesu Kranke mit Öl salbten und heilten, so der Papst weiter. Das Sakrament der Krankensalbung nehme zweifellos Bezug auf diese Episode. Aber das Öl stehe sinnbildlich auch für das Zuhören, die Nähe, die Sorge und die liebevolle Hinwendung derer, die sich um Kranke kümmerten. „Wir alle brauchen diese ,Salbung' früher oder später, und wir können sie anderen geben, mit einem Besuch, einem Telefonat, einer ausgestreckten Hand“, bekräftigte Franziskus.

          Traditionell die Klinik der Päpste

          Vor genau einer Woche hatte der Papst sich für einen geplanten medizinischen Eingriff in die Gemelli-Klinik begeben, wo er noch am Abend am Darm operiert worden war. Dabei wurde ihm der linke Teil des Dickdarms entfernt. Seither erholt sich Franziskus in einem eigens für ihn frei gehaltenen Krankenhaus-Appartment. Wann der Papst entlassen wird, ist noch offen.

          Für Franziskus ist es der erste Aufenthalt in der Klinik, wo traditionell die Päpste versorgt werden. Bekannt wurde das römische Krankenhaus unter Papst Johannes Paul II., der ihm gar den Namen „Dritter Vatikan“ gab, nach dem eigentlichen Vatikan sowie der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo. Johannes Paul II. war erstmals unmittelbar nach dem Attentat auf ihn 1981 stationär in der Gemelli-Klinik. Weitere Aufenthalte folgten und damit zahlreiche Angelus-Gebete vom Fenster des Papst-Krankenzimmers im 10. Stock. Zum letzten Mal lag der polnische Papst 2005 kurz vor seinem Tod in dem römischen Krankenhaus.

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