https://www.faz.net/-gpf-99tba

Nach langer Geheimhaltung : Russland bestätigt Iskander-Raketen in Kaliningrad

  • Aktualisiert am

Eine russische Iskander-Rakete, abgefeuert auf dem Testgelände Kapustin Jar Bild: Picture-Alliance

Nach langer Geheimhaltung hat das russische Militär die Stationierung von Iskander-Raketen in Kaliningrad zugegeben. Sie können atomar bestückt werden – und mit 500 Kilometern Reichweite Warschau, Berlin oder Kopenhagen erreichen.

          Die russischen Streitkräfte haben nach langem Versteckspiel die Stationierung von Iskander-Raketen in der westlichen Ostsee-Exklave Kaliningrad (früher Königsberg) bestätigt. Die Stationierung meldete die Agentur Interfax am Freitag unter Berufung auf einen Militärsprecher. Die atomar bestückbaren Iskander-M-Raketen mit 500 Kilometer Reichweite können Warschau, Berlin oder Kopenhagen erreichen.

          Bei einer nächtlichen Probe für die Militärparade am 9. Mai seien die auf schweren Lastwagen montierten Raketen bereits in Kaliningrad zu sehen gewesen, meldete Interfax. „Die Bürger der Exklave sollen sehen und verstehen, dass die modernsten Waffentypen der russischen Armee zum Schutz der Region aufgestellt sind“, sagte der Militärsprecher.

          Die Stationierung des Waffensystems in Kaliningrad – dem westlichen Vorposten Russlands – war als Moskauer Reaktion auf die Verlegung von vier Nato-Bataillonen in die baltischen Staaten und nach Polen 2017 erwartet worden. Iskander-Raketen waren auch früher in Kaliningrad gesichtet worden, waren aber nicht dauerhaft dort aufgestellt gewesen.

          Die Waffen seien Anfang des Jahres in dem Ort Tschernjachowsk (früher Insterburg) stationiert worden, sagte der Sprecher. Dies deckt sich mit Angaben des litauischen Militärs von Anfang Februar, die den Transport entdeckt hatten. Die Boden-Boden-Rakete (Nato-Code: SS-26 Stone) werde auf dem engen Kaliningrader Gebiet nicht übungshalber abgefeuert werden, „um unsere Nachbarn in Polen und Litauen nicht in Schockstarre zu versetzen“, sagte der Sprecher.

          Weitere Themen

          Maduro will vorgezogene Neuwahlen Video-Seite öffnen

          Machtkampf in Venezuela : Maduro will vorgezogene Neuwahlen

          Venezuelas Präsident Nicolas Maduro hat sich für vorgezogene Parlamentswahlen ausgesprochen. Sie könnten eine Entscheidung herbei führen im Machtkampf zwischen dem Präsidenten und Herausforderer Juan Guaidó.

          Topmeldungen

          Syrische Soldaten

          Syrien : Amerika meldet Hinweise auf Giftgasangriff

          Die Vereinigten Staaten haben laut eigenen Angaben Hinweise auf einen Chlorgas-Angriff syrischer Truppen. Das Außenministerium droht mit einer angemessenen Antwort.
          Heinz-Christian Strache am 18. Mai 2019 in Wien während einer Pressekonferenz, nachdem das „Ibiza-Video“ öffentlich geworden war.

          Woher stammt das Ibiza-Video? : Hinweise auf Mittelsmänner

          Ist der Kontakt zu der angeblichen Oligarchennichte über einen Wiener Anwalt angebahnt worden? Österreichische Medien berichten über mögliche Mittelsmänner hinter dem Video, das Vizekanzler Strache zu Fall gebracht hat.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.