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Parteiausschluss & verdächtige Geldbündel : Zwei schlechte Nachrichten für Strache

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Ausgeschlossen: Heinz-Christian Strache, Österreichs damaliger Vizekanzler und FPÖ-Obmann, gibt 2017 eine Pressekonferenz (Archivbild) Bild: dpa

Seine Parteimitgliedschaft hatte schon geruht: Jetzt wurde Heinz-Christian Strache nach Veröffentlichung des Ibiza-Videos offiziell aus der FPÖ ausgeschlossen. Zudem bringt ihn ein Bericht über Bargeldbündel unbekannter Herkunft in Erklärungsnot.

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          Die FPÖ hat ihren langjährigen früheren Chef Heinz-Christian Strache nach den Wirren um das Ibiza-Video und eine Spesenaffäre aus der Partei ausgeschlossen. „Für uns ist es eine Befreiung, weil damit Ibiza für uns Geschichte ist und wir damit in die Zukunft schauen können“, sagte FPÖ-Chef Norbert Hofer am Freitag in Wien. Die am Donnerstag verkündete Gründung einer neuen rechten Partei in Österreich könnte Strache aber zu einem schnellen Polit-Comeback unter neuer Flagge verhelfen.

          Der 50 Jahre alte Strache war im Mai nach der Veröffentlichung des Ibiza-Videos, auf dem er anfällig für Korruption wirkt, als Vizekanzler und Parteichef zurückgetreten. Zuletzt geriet er wegen einer Spesenaffäre immer wieder in die Schlagzeilen, die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 50-Jährigen wegen Untreue. Strache bestreitet die Vorwürfe, Geld aus der Parteikasse für private Zwecke verwendet zu haben. Seine Parteimitgliedschaft ruhte zuletzt.

          Dem ehemaligen Parteichef wurde wegen der Negativ-Schlagzeilen um seine Person eine erhebliche Mitschuld an den schlechten Wahlergebnissen der FPÖ bei der Nationalratswahl im September und bei zwei Landtagswahlen gegeben. Im Oktober verkündete Strache seinen Rückzug aus der Politik. In den vergangenen Wochen wurde in Österreich aber immer wieder über ein Comeback noch vor den Landtagswahlen in Wien im kommenden Jahr spekuliert. Eine neue Plattform dafür gibt es bereits: Am Donnerstag spalteten sich drei Strache nahestehende Wiener Landtagsabgeordnete von der FPÖ ab und gründeten Die Allianz für Österreich (DAÖ).

          „Keinerlei Hinweise auf mögliche Manipulationen“

          Derweil bringen Fotos mit Bargeldbündeln aus seiner Zeit als FPÖ-Parteichef Strache einem Bericht zufolge in Erklärungsnot. Die Aufnahmen, die dem „Spiegel“ und der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegen, zeigen demnach Taschen mit Bargeld unbekannter Herkunft, die offenbar in Straches Dienstwagen liegen. Wie der „Spiegel“ am Freitag berichtete, wurden sie von einem Leibwächter des damaligen FPÖ-Chefs aufgenommen.

          Die Fotos seien auch Teil der Ermittlungsakten der Sonderkommission zur Ibiza-Affäre. Die Affäre kam durch ein Video ins Rollen, in dem Strache einer vermeintlichen russischen Investorin öffentliche Aufträge in Aussicht stellte. Nach Bekanntwerden der Aufnahmen trat Strache zurück. 

          Sachverständige werteten die Fotos der Geldtaschen im Auftrag von „Spiegel“ und „SZ“ aus. Die Prüfung habe „keinerlei Hinweise auf mögliche Manipulationen“ erbracht, zitierte der „Spiegel“ den Fotoforensiker Wilfried Kohlhof. Die Aufnahmen stammen dem Bericht zufolge aus den Jahren 2013 und 2014 und zeigen jeweils mehrere Bündel mit 100- und 50-Euro-Scheinen.

          Laut Positionsdaten wurden sie in Wien und am Wörthersee aufgenommen. In einem Fall lag das Geld in einer Tasche, die mit einem Modell identisch ist, das Strache bei anderer Gelegenheit mit sich trug. Es bestünden „keine vernünftigen Zweifel, dass es sich hier um dieselbe Tasche handeln könnte“, erklärte der Fotoforensiker Kohlhof. Auf einem anderen Foto liegt das Bargeld offenbar in einem Rucksack.

          Ein Anwalt von Straches ehemaligem Leibwächter versicherte auf Anfrage, „dass sowohl der Rucksack als auch die Sporttasche jeweils von Herrn Strache in das Auto gelegt wurden“, wie der „Spiegel“ weiter berichtete. Strache bestreite das.

          Die Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft hatte demzufolge bereits im September ein anonymes Fax erreicht, in dem es hieß, Strache habe „regelmäßig Sporttaschen mit hohen Summen Bargeld erhalten“, dahinter steckten „Kräfte aus dem osteuropäischen Ausland“. Das Geld könnte, so eine Vermutung, in Zusammenhang mit einem möglichen Mandatskauf stehen.

          Demnach sollen ukrainische Oligarchen mit geschäftlichen Interessen in Österreich zehn Millionen Euro ausgelobt haben, um dem FPÖ-Mann Thomas Schellenbacher ein Mandat im österreichischen Parlament zu verschaffen. Strache hatte laut „Spiegel“ den bis dahin politisch unbekannten Unternehmer Schellenbacher 2013, einen Tag nachdem eine der Aufnahmen mit den Geldbündeln entstanden war, als Überraschungskandidaten auf der Wiener Landesliste präsentiert.

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