https://www.faz.net/-gpf-980mf

Nach Giftanschlag auf Spion : Ohnmächtige Wut

Nach Anschlag auf Doppelagenten: Nur mit Schutzanzügen begeben sich die Ermittler auf Spurensuche. Bild: Reuters

Premierministerin Theresa May schiebt Russland die Schuld für den Anschlag auf Sergej Skripal zu. Doch die Russen wissen, wie man aus einem solchen Streit herauskommt. Ein Kommentar.

          Jetzt darf man gespannt sein, welche Schlussfolgerungen die britische Regierung aus den Ermittlungsergebnissen zur Vergiftung eines ehemaligen Agenten in Salisbury zieht. Premierministerin Theresa May hat sich zumindest so weit aus dem Fenster gelehnt, dass sie gesagt hat, das verwendete Gift stamme aus russischer Produktion.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

          Das ermöglicht es der Regierung in Moskau, weiter zu behaupten, sie habe mit dem Mordanschlag nichts zu tun. Denn theoretisch ist es natürlich möglich, dass das Nervengift in „falsche“ Hände geraten ist. Nur: Warum sollten diejenigen, die in den Besitz des Giftes kamen, gezielt einen sogenannten „Verräter“ und dessen Tochter als Opfer aussuchen?

          Da werden sich Wladimir Putins Leute argumentativ schon ziemlich verbiegen müssen. Etwaige Forderungen Großbritanniens, die Verantwortlichen müssten bestraft werden, wird Russland mit ziemlicher Sicherheit mit der Gegenforderung nach gerichtsfesten Beweisen kontern. Und die werden der oder die Attentäter vermutlich nicht zurückgelassen haben. Zurück bleibt zunächst einmal ohnmächtige Wut.

          Weitere Themen

          Vorglühen mit Bannon

          Bolsonaro in Washington : Vorglühen mit Bannon

          Jair Bolsonaro hat bei seinem Besuch in Washington neben Donald Trump auch dessen verstoßenen Chefstrategen Steve Bannon getroffen. Dabei klang der brasilianische Präsident wie der gelehrige Schüler des rechten Meinungsmachers.

          Trikottausch im Weißen Haus Video-Seite öffnen

          Soccer und Nato : Trikottausch im Weißen Haus

          Donald Trump und Brasiliens ultrarechter Staatschef Jair Bolsonaro haben bei ihrem ersten Treffen große Einigkeit demonstriert. Trump brachte sogar eine Nato-Mitgliedschaft des südamerikanischen Landes ins Spiel.

          Schäfer-Gümbel gibt politische Ämter auf Video-Seite öffnen

          Wechselwillig : Schäfer-Gümbel gibt politische Ämter auf

          Er plane, zum 1. Oktober zur Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) als neues Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor zu wechseln, sagte Schäfer-Gümbel in Wiesbaden.

          Topmeldungen

          Bolsonaro in Washington : Vorglühen mit Bannon

          Jair Bolsonaro hat bei seinem Besuch in Washington neben Donald Trump auch dessen verstoßenen Chefstrategen Steve Bannon getroffen. Dabei klang der brasilianische Präsident wie der gelehrige Schüler des rechten Meinungsmachers.
          Saarbrücken: Im Saarland ist Wohnen noch günstig.

          Gefälle bei Immobilienpreisen : Wo Wohnen noch günstig ist

          Immobilien sind in den vergangenen Jahren teurer geworden. Aber nicht in jedem Bundesland. Zwischen West und Ost gibt es ein deutliches Gefälle. Und in einem Land wohnt es sich besonders günstig.

          Thorsten Schäfer-Gümbel : Die SPD auf der Suche nach der Dachlatte

          Für die SPD ist der Abschied des hessischen Landesvorsitzenden ein Symptom: Sie sucht vergeblich nach der Rolle, die sie spielte, als sie den Grünen noch mit der Dachlatte drohte.

          Reaktionen auf John Bercow : „Der Brexit-Zerstörer“

          Die britische Boulevard-Presse stürzt sich auf den Unterhaussprecher John Bercow, nachdem dieser die dritte Abstimmung über das Brexit-Abkommen verhindert hat. Auch unter Abgeordneten herrscht Unmut. Derweil will May die EU um Aufschub bitten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.