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Wegen Gewalt bei Demonstration : Militärrat in Sudan verhaftet eigene Soldaten

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In Sudan ist kein Ende der Gewalt in Sicht: Soldaten und Milizen kontrollieren das Zentrum der Hauptstadt. Bild: Picture-Alliance

Rund 100 Tote, 500 Verletzte: Die Militärregierung reagiert mit Festnahmen in den eigenen Reihen auf die Gewalt bei Massenprotesten Anfang Juni. Die Opposition ruft unterdessen zum Streik auf.

          Eine gute Woche nach dem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten in Sudan sind mehrere Soldaten in Militärgewahrsam genommen worden. Der herrschende Militärrat teilte laut staatlicher Nachrichtenagentur Suna am Montagabend mit, zuvor habe ein Ermittlungsausschuss vorläufige Beweise gegen einige Einheiten der aktiven Streitkräfte geliefert. Alle Schuldigen würden ohne Verzögerung zur Rechenschaft gezogen. Die Zahl der Festgenommenen und die Vorwürfe gegen sie wurden aber nicht mitgeteilt.

          Am 3. Juni hatte das Militär eine seit Wochen andauernde Sitzblockade in der Hauptstadt Khartum mit Gewalt aufgelöst. Diese hatte maßgeblich zum Sturz des Langzeitmachthabers Omar al Baschir beigetragen. Nach Angaben eines Ärzteverbandes wurden bei der Räumung mehr als 100 Menschen getötet und rund 500 verletzt.

          Am Montag waren die meisten Geschäfte in Khartum nach einem Streikaufruf der Opposition geschlossen geblieben. Das Gewerkschaftsbündnis SPA hatte zu dem „friedlichen Widerstand“ gegen die Militärregierung aufgerufen. Die Opposition will mit dem Streik Druck auf die regierenden Generäle ausüben, die Macht an eine zivile Übergangsregierung zu übergeben.

          Al Baschir, der das Land drei Jahrzehnte lang mit harter Hand regiert hatte, war im April von den Streitkräften gestürzt worden. Dem Putsch waren wegen einer schweren Wirtschaftskrise monatelange Massenproteste vorausgegangen. Seit dem Putsch bemühen sich Militär und Opposition um die Bildung einer Übergangsregierung. Sudan im Nordosten Afrikas mit 41 Millionen Einwohnern gehört zu den 25 ärmsten Ländern der Welt.

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