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Nach Geiselnahme : Türkei erwägt Militäreinsatz gegen Islamisten im Irak

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Einen Tag nach der Attacke der Dschihadisten blickt ein Mann am Dienstag auf ausgebrannte irakische Militärfährzeuge in der Stadt Mossul Bild: REUTERS

Nach wie vor befinden sich im Irak 80 türkische Staatsbürger in der Hand der Dschihadisten. Die Regierung in Ankara prüft, ob ein bisher bestehendes Mandat für einen Einsatz der Armee im Norden des Nachbarlandes ausreicht.

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          Nach der Entführung von 80 türkischen Staatsbürgern im Irak prüft die Regierung in Ankara die juristischen Möglichkeiten eines Militäreinsatzes in dem Nachbarland. Justizminister Bozdag äußerte, es gehe um die Frage, ob das bisherige Mandat dafür ausreiche. Die vom türkischen Parlament erteilte Ermächtigung erlaubt es der Regierung, das Militär gegen kurdische Rebellen im irakischen Grenzgebiet einzusetzen. Im nordirakischen Mossul hatten Kämpfer der Terrororganisation Isis am Mittwoch im türkischen Konsulat rund 50 Menschen als Geiseln genommen.

          Derzeit arbeite die Regierung aber nicht an einem neuen Mandat. Das türkische Parlament hat die Regierung dazu ermächtigt, das Militär gegen kurdische Rebellen im irakischen Grenzgebiet einzusetzen. Dieses Mandat läuft im Oktober aus.

          Bereits am Vortag wurden in der Stadt rund 30 türkische Lastwagenfahrer verschleppt. Die Türkei informierte heute früh den Nato-Rat über die Lage, bat aber nicht um Unterstützung durch das Militärbündnis. Nach dem Vormarsch der Islamisten im Norden des Iraks ist die Lage dort weiter unübersichtlich. Die Isis-Kämpfer sollen inzwischen auch die Stadt Dhuluija rund 90 Kilometer nördlich von Bagdad erobert haben. Nach Angaben des staatlichen Fernsehens befindet sich Tikrit dagegen inzwischen wieder unter der Kontrolle der Armee.

          Außenminister Ahmet Davutoglu hatte am Mittwoch mit Vergeltung gedroht, sollte den Geiseln etwas zustoßen. Auf Antrag der Türkei hatte die Nato am Mittwochabend über die Entwicklung im Irak beraten. Die islamistischen Rebellen haben ihren Vormarsch im Nordirak zuletzt ungehindert fortgesetzt und immer mehr Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht. Mit der Geiselnahme der türkischen Staatsbürger verschärfen sich auch die Spannungen mit dem Nachbarland erheblich.

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