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Nach französischen Luftschlägen : Gegenoffensive von Al Qaida in Mali

  • Aktualisiert am

Ungepanzert: Malische Soldaten am Montag 40 Kilometer von Segou entfernt. Bild: AP

In Mali haben die Islamisten Diabali 400 Kilometer nördlich von Bamako erobert. Amerika und mehrere EU-Staaten sicherten Frankreich Hilfe zu. Verteidigungsminister Le Drian sagte, die Gesamtsituation entwickele sich positiv.

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          Während die französische Luftwaffe ihre Angriffe auf Ziele im Norden Malis am Montag intensiviert hat, ist islamistischen Gruppen eine Gegenoffensive im Westen des umkämpften Gebiets geglückt. In der Stadt Diabali etwa 400 Kilometer nördlich der malischen Hauptstadt Bamako rückten am Montag islamistische Krieger ein, die nach Angaben aus Bamako zum Terrornetz „Al Qaida im islamischen Maghreb“ (Aqim) zählen. Die malischen Streitkräfte zogen sich nach einem kurzen Schusswechsel zurück, hieß es in Paris.

          Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sagte, die malischen Soldaten seien unzureichend ausgerüstet gewesen. Frankreich habe mit einer Gegenoffensive der Islamisten im Westen gerechnet, sagte der Minister im Fernsehsender BFM TV. Die Gesamtsituation entwickele sich „positiv“. „Im Osten Malis ist der Vormarsch der Terroristengruppen gestoppt“, sagte Le Drian. Im Westen sei der Feind hingegen „extrem bewaffnet“.

          Ein britisches Transportflugzeug, das am Montag in der Normandie mit Militärausrüstung beladen wurde, konnte wegen eines Defekts nicht sofort ins Einsatzgebiet fliegen. London stellt zunächst zwei Transportflugzeuge bereit, will aber keine Kampfeinheiten entsenden. Der französische Außenminister Laurent Fabius dankte neben Großbritannien ausdrücklich nur Dänemark für dessen Bereitschaft, den Einsatz zu unterstützen. Berlin blieb zurückhaltend. Die Bundesregierung „denkt jetzt darüber nach, und zwar zügig, wie sie das Anliegen dort unterstützen kann“, sagte ein Sprecher. Außenminister Guido Westerwelle sagte, es solle jetzt in Gesprächen mit Frankreich geklärt werden, „inwieweit wir auch das Engagement Frankreichs jenseits der Entsendung von Kampftruppen unterstützen können“. Westerwelle sagte, es sei sowohl logistische Hilfe möglich als auch humanitäre oder medizinische Unterstützung. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton ließ in Brüssel mitteilen, die Vorbereitungen für die geplante EU-Mission zur Ausbildung malischer Soldaten würden beschleunigt; der Einsatz könne voraussichtlich in der zweiten Februarhälfte oder Anfang März beginnen.

          Zeichen der Zustimmung: in Malis Hauptstadt Bamako

          Deutschland hat zugesagt, sich an der EU-Ausbildungsmission zu beteiligen. Die von Westerwelle erwogene Logistikhilfe könnte Truppen aus den Ländern der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas zuteilwerden, die prinzipiell ein gemeinsames Vorgehen zur Befreiung des Norden Malis verabredet und für den nächsten Herbst geplant hatten. Der UN-Sicherheitsrat hatte Ende Dezember ein entsprechendes Mandat verabschiedet, auf das sich nun auch die Franzosen berufen. Die EU bekräftigte am Montag, dass sie jenseits der Logistik-Hilfe für eine afrikanische Eingreiftruppe derzeit nicht vorhabe, sich an den Kampfhandlungen in Mali zu beteiligen. Die Mitgliedstaaten hatten im Dezember beschlossen, die malischen Sicherheitskräfte für den Kampf gegen die Aufständischen im Norden auszubilden. Der Operationsplan wird derzeit in Brüssel ausgearbeitet; es sollen etwa 150 bis 200 europäische Militärausbilder entsandt werden.

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