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Nach Festsetzung von Tanker : Großbritannien erwägt Sanktionen gegen Iran

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Undatierte Aufnahme der „Stena Impero“ Bild: Stena Bulk/AP/dpa

Der britische Außenminister soll an diesem Sonntag mögliche Maßnahmen gegen Iran bekanntgeben. „Unsere Priorität ist Deeskalation“, heißt es in einem Londoner Schreiben an die UN. Doch die „iranische Aktion“ stelle einen „illegalen Eingriff“ ins Völkerrecht dar.

          Die britische Regierung erwägt einem Medienbericht zufolge nach der Festsetzung zweier britischer Handelsschiffe im Persischen Golf Sanktionen gegen Iran. Außenminister Jeremy Hunt dürfte am Sonntag diplomatische und wirtschaftliche Maßnahmen bekanntgeben, berichtete der „Daily Telegraph“. Dazu gehöre das mögliche Einfrieren von Vermögen. Großbritannien könnte demnach darauf drängen, dass die Sanktionen der Vereinten Nationen und der Europäischen Union gegen Iran wieder verhängt werden. Diese waren 2016 nach einem Abkommen über das iranische Atomprogramm aufgehoben worden.

          Iran hat mit der weiteren Festsetzung eines britischen Öltankers in der Straße von Hormuz die Spannungen in der Region verschärft. Das Schiff sei in einen Unfall mit einem iranischen Fischerboot verwickelt gewesen und habe dessen Notruf ignoriert, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars am Samstag. Großbritannien wies diese Darstellung zurück.

          In einem Schreiben an den UN-Sicherheitsrat verurteilt Großbritannien die Beschlagnahmung des Tankers „Stena Impero“ durch Iran. „Das Völkerrecht verlangt, dass das Recht auf Durchreise nicht behindert wird, und deshalb stellt die iranische Aktion einen illegalen Eingriff dar“, heißt es in dem Brief, der auch an UN-Generalsekretär Antonio Guterres geschickt wurde. Der Tanker habe sich in omanischen Hoheitsgewässern befunden, als er von iranischen Streitkräften beschlagnahmt worden sei.

          „Die derzeitigen Spannungen sind äußerst besorgniserregend, und unsere Priorität ist die Deeskalation. Wir suchen nicht die Konfrontation mit Iran“, heißt es in dem Brief an die UN. „Aber es ist inakzeptabel und eskalierend, die Schifffahrt zu bedrohen, die ihr legitimes Geschäft über international anerkannte Transitkorridore abwickelt.“ Großbritannien forderte Iran auf, den Tanker freizugeben.

          Im Schulterschluss mit den Vereinigten Staaten hatte Großbritannien Iran nach der Festsetzung des unter britischer Flagge fahrenden Öltankers „Stena Impero“ mit ernsthaften Konsequenzen gedroht. Die Aktion am Freitagabend deute darauf hin, dass Iran einen „gefährlichen Weg des illegalen und destabilisierenden Verhaltens“ beschreite, erklärte der britische Außenminister Jeremy Hunt auf Twitter.

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