https://www.faz.net/-gpf-9neud

Nach Explosion in Lyon : Drei Verdächtige festgenommen

  • Aktualisiert am

Ermittler durchsuchten die Wohnung des Verdächtigen. Bild: AFP

Die französische Polizei hat nach dem Bombenanschlag in Lyons Fußgängerzone drei Verdächtige festgenommen. Unter den Verdächtigen befindet sich der mutmaßliche Täter, eine Frau sowie ein weiterer junger Mann.

          1 Min.

          Knapp drei Tage nach einer Explosion mit 13 Verletzten im französischen Lyon hat die Polizei drei Verdächtige festgenommen. Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen versuchten Mordes im Zusammenhang mit einer Terrortat ein. Der mutmaßliche Täter ist Polizeikreisen zufolge ein 24-jähriger Informatikstudent aus Algerien. Medienberichten zufolge handelt es sich bei den anderen beiden Verdächtigen um die Mutter des mutmaßlichen Täters und einen jüngeren Bruder. Auch eine Schwester wurde verhört, hieß es.

          Der Täter soll die mit Schrauben und Metallkugeln gefüllte Tasche am Freitagabend in einer Fußgängerzone in der Altstadt von Lyon deponiert haben, die etwa eine Minute danach explodierte. Der Verdächtige war mit einem Fahrrad unterwegs und trug Sonnenbrille sowie eine Mütze.

          Nach Angaben des Bürgermeisters von Lyon, Gérard Collomb, nahm die Polizei den Studenten am Montagmorgen an einer Bushaltestelle fest. Widerstand leistete er demnach nicht. Einsatzkräfte durchsuchten seine Wohnung. Angaben zum Hintergrund und zum möglichen Motiv des mutmaßlichen Täters machten die Behörden nicht. Die Ermittler hatten ihn beschattet, da sie in seiner Wohnung Sprengstoff vermuteten. Sie vermuten, dass der Täter kleine Mengen des Sprengstoffs TATP verwendete. Die hochexplosive Substanz wird häufig von Dschihadisten eingesetzt, etwa bei den Pariser Anschlägen im November 2015 mit 130 Toten. Der Mann war dem Vernehmen nach zuvor nicht durch andere Taten aufgefallen.

          Innenminister Christophe Castaner dankte den Ermittlern – darunter auch dem Inlandsgeheimdienst DGSI – im Onlinedienst Twitter für ihre Arbeit. Sie hatten auf der detonierten Tasche eine DNA-Spur gefunden. Ob diese von dem Täter stammt, ist noch nicht abschließend geklärt.

          Die Explosion traf Frankreich kurz vor der Europawahl. Im Land wurden auch Erinnerungen an den Terroranschlag in Straßburg vom Dezember wach. Der mutmaßliche Islamist Chérif Chekatt hatte in der Innenstadt der elsässischen Metropole das Feuer eröffnet – es starben fünf Menschen, zudem wurden zahlreiche verletzt. Lyon liegt im Südosten Frankreichs und ist mit mehr als 515.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Frankreichs nach Paris und Marseille.

          Weitere Themen

          Merkel mahnt Europa zur Einheit Video-Seite öffnen

          EU-Ratspräsidentschaft : Merkel mahnt Europa zur Einheit

          Die Bundeskanzlerin hat in Brüssel das Programm für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft vorgestellt. „Wir sind alle verwundbar“, sagte die Bundeskanzlerin in ihrer Rede vor dem Europäischen Parlament. Zugleich drängte sie auf eine Einigung in EU-Finanzfragen noch im Sommer.

          Der Diktator wird nervös

          FAZ Plus Artikel: Vor der Wahl in Belarus : Der Diktator wird nervös

          Nie zuvor bekamen Oppositionskandidaten in Belarus so viel Unterstützung aus der Bevölkerung wie jetzt. Auch sonst ist vor der Wahl in diesem Jahr vieles anders als sonst. Präsident Aleksandr Lukaschenka reagiert mit massiver Repression.

          Topmeldungen

          Das SAP-Logo steht auf der Fassade der Konzernzentrale in Walldorf.

          Starkes Quartal : SAP trotzt der Krise

          Mehr Umsatz, mehr Gewinn – SAP kam trotz Coronavirus-Auswirkungen überraschend gut durch das zweite Quartal. Ein Bereich entwickelte sich besonders gut.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.