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Nach Ermordung zweier Deutscher : Äthiopischer Angriff in Eritrea

  • -Aktualisiert am

Äthiopien hat einen Stützpunkt in Eritrea angegriffen. Bodentruppen seien bis zu 16 Kilometer tief in das Nachbarland vorgedrungen, teilte Addis Abeba mit. Möglicherweise steht der Angriff in Zusammenhang mit der Ermordung von zwei deutschen Touristen.

          Die äthiopische Armee hat am Donnerstag einen Stützpunkt in Eritrea angegriffen, von dem die Regierung in Addis Abeba behauptet, dort würden „Terroristen“ von der eritreischen Armee ausgebildet. Ob es sich dabei um Luftangriffe handelte oder ob tatsächlich Bodentruppen die Grenze überschritten haben, war zunächst nicht klar.

          Thomas Scheen †

          Politischer Korrespondent für Afrika mit Sitz in Nairobi.

          Der äthiopische Regierungssprecher Shimeles Kemal bestätigte den Angriff am Donnerstag. Nach seinen Angaben lag der Stützpunkt rund 16 Kilometer von der Grenze entfernt auf eritreischem Territorium. „Wir werden unsere Aktionen solange fortführen, solange diese Gegend als Startrampe für Angriffe auf uns benutzt werden“, sagte Shimeles. Über die Zahl möglicher Opfer lagen zunächst keine Angaben vor. Von eritreischer Seite wurde der Vorfall vorerst nicht bestätigt.

          Extrem gespannte Beziehungen

          Die Militäraktion steht offenbar in direktem Zusammenhang mit der Ermordung von zwei deutschen, zwei ungarischen und einem österreichischen Touristen im Januar in der Danakil-Senke im Grenzgebiet von Äthiopien und Eritrea. Bei dem Angriff einer Rebellengruppe namens „Vereinigte Revolutionäre Demokratische Front von Afar“ (Arduf) waren zudem zwei weitere Deutsche entführt worden, die erst vor Wochenfrist freigelassen worden waren. Die äthiopische Regierung hatte die eritreische Führung beschuldigt, diese Rebellengruppe zu finanzieren, was Asmara bestreitet.

          Die Beziehungen zwischen Äthiopien und Eritrea gelten als extrem gespannt. Die beiden Länder hatten sich von 1998 bis 2000 einen Krieg über den Verlauf der gemeinsamen Grenze geliefert, in dem mutmaßlich mehr als 70.000 Menschen umkamen. Bis heute ist der Grenzverlauf nicht eindeutig geklärt und die Region rund um die Ortschaft Badme gilt nach der innerkoreanischen Grenze als die am stärksten militarisierte der Welt.

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