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Nach Drohungen gegen Botschaften : Angst vor Anschlägen im Jemen wächst

  • -Aktualisiert am

Von jemenitischen Soldaten bewacht: amerikanische Botschaft im September 2008 Bild: dpa

Nach den Anschlagsdrohungen auf westliche Botschaften in Sanaa nimmt die Angst vor Anschlägen im Jemen immer mehr zu. Die Vereinigten Staaten und Großbritannien haben ihre Botschaften geschlossen. Experten rechnen mit baldigen amerikanischen Angriffen auf Al-Qaida-Truppen.

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          Nach Anschlagsdrohungen haben die Vereinigten Staaten und Großbritannien am Sonntag ihre Botschaften im Jemen bis auf weiteres geschlossen. Wegen „Drohungen durch Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel gegen amerikanische Einrichtungen im Jemen“ seien alle Mitarbeiter der Botschaft und des Konsulats angewiesen worden, am Sonntag nicht zur Arbeit zu kommen, hieß es in einer Mitteilung der amerikanischen Vertretung in Sanaa. Wie der britische Rundfunksender BBC berichtete, erhielt auch London eine Anschlagsdrohung und verfügte daraufhin die Schließung der Botschaft in Sanaa.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Die Vereinigten Staaten und Großbritannien wollen ihre gemeinsamen Anstrengungen verstärken, um die Regierung unter Präsident Ali Abdullah Saleh in deren Kampf gegen islamistische Extremisten zu unterstützen. Am Samstag empfing Saleh den Chef des für den Nahen und Mittleren Osten zuständigen Zentralkommandos der amerikanischen Streitkräfte, Heeres-General David Petraeus, zu Gesprächen über das Vorgehen gegen die Terroristen.

          Finanzhilfe für Kampf gegen Terror verdoppelt

          Der jemenitische Außenminister Abu Bakr al Kirbi sagte am Sonntag, zwar würden die gemeinsamen Anstrengungen mit Washington und London zur Bekämpfung Al Qaidas verstärkt, doch gehe der Jemen selbst gegen die Terrororganisation auf seinem Staatsgebiet selbst vor. Abmachungen, wonach die Vereinigten Staaten Ziele im Jemen beschießen oder bombardieren könnten, gebe es nicht, sagte Kirbi. Der Jemen tausche lediglich Geheimdienstinformationen mit verbündeten und befreundeten Staaten aus. In Sanaa hieß es, die jemenitischen Streitkräfte hätten zusätzliche Einheiten in zwei Ostprovinzen des Landes verlegt, die als Hochburgen von Al Qaida gelten.

          Washington hat den Umfang der Finanzhilfe für die jemenitischen Sicherheitskräfte 2009 auf etwa 70 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Auch London hat Sanaa eine deutliche Erhöhung der Finanzhilfe für den Kampf gegen Al Qaida zugesagt. Danach sollen bis 2011 umgerechnet mehr als 112 Millionen Euro vor allem zum Aufbau und zur Ausrüstung einer Spezialeinheit zum Kampf gegen Terroristen. Das Büro des britischen Premierministers Gordon Brown erklärte am Sonntag, dass außerdem die jemenitische Küstenwache mehr Unterstützung erhalten solle. Beide Länder seien sich ferner einig, dass in Somalia eine „größere Friedenssicherungstruppe erforderlich“ sei, teilte Brown mit. Sie würden sich dafür im UN-Sicherheitsrat einsetzen.

          Wie am Samstag aus jemenitischen Sicherheitskreisen verlautete, wurden zusätzliche Truppen in die östlichen Provinzen Al Baida, Abian und Tschabwa entsandt, um dort gegen „Al-Qaida-Elemente“ zu kämpfen. Nach Behördenangaben aus Sanaa hatten jemenitische Truppen bei Razzien am 17. und 24. Dezember im Landesinneren und im Gebiet um die Hauptstadt Sanaa mehr als 60 mutmaßliche Al-Qaida-Mitglieder getötet.

          Jüngste Angriffe auf mutmaßliche Al-Qaida-Stellungen im Jemen fanden nach Medieninformationen unter Führung der Vereinigten Staaten mit Unterstützung der jemenitischen Regierung statt. Wie der Fernsehsender CBS unter Berufung auf den „amerikanischen Experten für Sondereinsätze und Ausbilder jemenitischer Offiziere“, Sebastian Gorka, berichtete, gab es Angriffe mit Flugmarschkörpern, die mit Angriffen militärischer Einheiten am Boden kombiniert waren.

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