https://www.faz.net/-gpf-127vf

Nach dreimonatiger Geiselhaft : In Nordafrika verschleppte Deutsche wieder frei

  • Aktualisiert am

Im Februar befand sich die deutsche Rentnerin noch in den Händen der Entführer Bild: AFP

Glückliches Ende einer Geiselnahme: Die vor drei Monaten in Mali von Islamisten verschleppte deutsche Rentnerin ist wieder frei. Zusammen mit ihr kamen drei weitere Entführte auf freien Fuß. Zur Tat hatte sich der nordafrikanische Arm des Terrornetzwerks Al Qaida bekannt.

          2 Min.

          Drei Monate nach ihrer Entführung im Grenzgebiet zwischen Mali und Niger ist die Deutsche Marianne P. wieder frei. Nach Angaben der malischen Präsidentschaft wurde die 77 Jahre alte Rentnerin im Norden Malis am Mittwoch zusammen mit einer Schweizer Touristin und zwei kanadischen UN-Diplomaten freigelassen. Die vier Ex-Geiseln trafen am Abend in der Stadt Gao im Norden des Landes ein.

          „Wir haben die vier früheren Geiseln soeben in Gao willkommen geheißen“, sagte ein Sprecher der Lokalregierung in Gao der Nachrichtenagentur AFP. Ein Sprecher des malischen Präsidenten Amadou Toumani Touré hatte zuvor die Freilassung von vier westlichen Geiseln, darunter einer Deutschen, bestätigt. „Ich glaube nicht, dass sie aus gesundheitlichen Gründen freigelassen wurden. Sie müssten wohlauf sein“, sagte Seydou Sissouma in Bamako.

          „Von den Strapazen der Verschleppung gezeichnet“

          Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bestätigte am Abend die Freilassung der Deutschen. Die pensionierte Lehrerin aus Darmstadt befinde sich derzeit in der Obhut von malischen Stellen. Sie sei „von den Strapazen der Verschleppung“ gezeichnet und werde medizinisch betreut.

          Marianne P. war am 22. Januar zusammen mit einem Ehepaar aus der Schweiz und einem Briten verschleppt worden. Der Mann der Schweizerin und der Brite werden den malischen Angaben zufolge weiter von den Entführern festgehalten. Die Reisegruppe der Touristen befand sich auf der Fahrt von einem Tuareg-Kulturfest im malischen Anderamboukane in die nigrische Hauptstadt Niamey, als die Angreifer den Fahrzeugkonvoi im Grenzgebiet zum Niger stoppten.

          Afrikanischer Arm von Al Qaida bekannte sich zur Tat

          Vor eineinhalb Monaten hatte sich der nordafrikanische Arm des Terrornetzwerks Al Qaida zur Verschleppung der Touristen bekannt. Die Entführer forderten zunächst die Freilassung von zwei in Mali festgehaltenen mauretanischen Komplizen. Einer von ihnen kam nach malischen Angaben aber bei einem Gefängniswechsel durch einem Verkehrsunfall ums Leben. Später wollten die Entführer ihre Geiseln gegen in Europa inhaftierte Islamisten austauschen.

          Vor einem Monat hatten die malischen Behörden mitgeteilt, den Hauptverdächtigen im Fall der entführten Touristen festgenommen zu haben. Wenige Tage zuvor waren mindestens zwei Verdächtige gefasst worden, die in die Verschleppung der Deutschen verwickelt sein sollen.

          Die beiden Kanadier waren Mitte Dezember bei einer Reise zu einer Goldmine westlich von Niamey entführt worden. Es handelt sich um den UN-Sondergesandten für den Niger, Robert Fowler, und seinen Mitarbeiter Louis Gay. Ihr aus Niger stammender Fahrer war am 21. März freigekommen. Mali hatte in den Entführungsfällen vermittelt. Staatschef Touré hatte Anfang April erklärt, den verschleppten Touristen gehe es gut. Seine Regierung habe ihnen sogar persönliche Dinge zukommen lassen.

          Weitere Themen

          Barcelona versinkt im Chaos

          Neue Proteste in der Nacht : Barcelona versinkt im Chaos

          Nach der Verurteilung von katalanischen Unabhängigkeitskämpfern gehen Demonstranten in Barcelona seit Tagen auf die Straße. In der Nacht eskalieren die Proteste abermals. Es fliegen Steine, die Polizei wehrt sich mit Tränengas.

          Topmeldungen

          Suzanna Randall: Eine von zwei Kandidatinnen für den Flug zur Internationalen Raumstation ISS

          Nach erstem Frauenduo auf ISS : Wie männlich ist der Weltraum?

          Die Nasa fremdelte lange mit der weiblichen Biologie. So vermuteten Ingenieure, weiblicher Urin sei schleimbasiert und könne im All Leitungen verstopfen. Raumanzüge in der richtigen Größe sind heute noch ein Problem.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.