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Nach der Pandemie : Mit aller Kraft

Der Neustart nach der Pandemie, der jetzt allenthalben ausgerufen wird, wird einer großen Kraftanstrengung bedürfen. Viel Geld wird fließen – gerade nach Italien –, das sinnvoll genutzt werden muss.

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          Es ist richtig, dass die Bundesregierung jetzt, kurz vor Beginn der deutschen Ratspräsidentschaft in der EU, den Kontakt zur italienischen Führung sucht. Überhaupt ist es sinnvoll, in das deutsch-italienische Verhältnis mehr Zeit und ernsthafte Aufmerksamkeit zu investieren. Denn dann wäre, wenn wieder etwas wie in der ersten Phase der Corona-Pandemie unrund läuft, das Erstaunen hierzulande nicht so groß, würden vielleicht auch in Italien nicht gleich alle Ressentimentturbinen angeworfen. Mangelnde Sensibilität für die Belange und die Interessen des Partners findet sich auf beiden Seiten, und das sollte überwunden werden, jetzt, da die Europäische Union beherzt auf Modernisierungskurs gehen will (und sich Italien, in den Worten des Ministerpräsidenten Conte, die Neuerfindung vorgenommen hat).

          Dass es in Europa Trennlinien gibt, ist nicht zu bestreiten. Ob die Wucht der Pandemie und des wirtschaftlichen Einbruchs sie hinwegwischen könnte, wie Außenminister Maas hofft, wird man ja sehen. Aber der Neustart, der jetzt allenthalben ausgerufen wird, der wird einer großen Kraftanstrengung bedürfen. Ja, Geld wird fließen, viel Geld, gerade nach Italien. Über Verteilung, Volumen und Vergabeform wird noch gestritten; das ist normal und kann nicht anders sein.

          Bleibt zu hoffen, dass am Ende Zuschüsse und Kredite sinnvoll verwendet werden und sie die begünstigten Länder wirklich stärken. Dann dürften sie übrigens auch eine politische Rendite abwerfen.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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