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Nach der Krebsoperation : Mutmaßungen über Chávez

  • -Aktualisiert am

Neue Infektion nach der Krebsoperation: Venezuelas Staatspräsident Hugo Chávez Bild: AFP

Acht Tage nach der vierten Krebsoperation soll sich der venezolanische Staatspräsident Hugo Chávez eine Infektion der Atemwege zugezogen haben.

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          In Venezuela herrscht Ungewissheit über die Gesundheit von Staatspräsident Hugo Chávez. Acht Tage nach dessen vierter Krebsoperation in Kuba teilte Informationsminister Ernesto Villegas am Dienstagabend mit, Chávez habe eine Infektion der Atemwege erlitten, die „unter Kontrolle“ sei. Der Zustand des Staatschefs, der weiterhin in einem Krankenhaus in Havanna behandelt wird, sei „stabil“. Infektionen seien eine der häufigsten Folgen einer so komplexen Operation, wie sie bei Chávez am 11. Dezember ausgeführt worden war. Eine Rückkehr der erstmals vor eineinhalb Jahren diagnostizierten Krebserkrankung in der Beckengegend mache eine „komplexe und heikle“ Operation erforderlich, hatte Chávez am 8. Dezember vor seiner Abreise nach Kuba gesagt. Erstmals hatte er einen Wunschnachfolger benannt: Sollte er sein neues Mandat, für das er im Oktober gewählt worden war, nicht antreten können, sollten die Venezolaner in der dann erforderlichen Neuwahl den Vizepräsidenten Nicolás Maduro wählen, hatte er gebeten.

          Chávez wünscht ihn als Nachfolger: Vizepräsident Nicolas Maduro

          Der gewöhnlich gut informierte Journalist Nelson Bocaranda äußerte, Chávez gehe es schlechter als zugegeben. Nur die Familienangehörigen des Präsidenten hätten Zugang zur Intensivstation. Chávez stehe unter dem Einfluss starker Schmerzmittel und könne nicht sprechen. Der venezolanische Arzt José Rafael Marquina will erfahren haben, dass Chávez zwei von Krebs befallene Rückenwirbel entfernt wurden. Der aggressive Krebs habe Metastasen gebildet, die nicht mehr zu stoppen seien. Am Dienstag hieß es in einer staatlichen Zeitung, Chávez’ älterer Bruder Adán wolle ebenso wie Chávez’ Eltern nach Havanna reisen um ihm Beistand zu leisten. Verschiedene südamerikanische Staatschefs, die Reisen zu Chávez angekündigt hatten, mussten diese wieder absagen.

          Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte „ein Mitglied einer südamerikanischen Regierung, das über den Gesundheitszustand von Chávez gut informiert ist“, mit der Aussage: „Die Prognose sieht nicht gut aus.“ Es sei eher unwahrscheinlich, dass Chávez am 10. Januar den Eid für seine nächste Amtszeit ablegen werde. Die Vorbereitungen für einen Rückzug von Chávez seien in vollem Gange.

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