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Nach dem Untergang der „Cheonan“ : Nordkorea beendet Beziehungen zum Süden

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Ein Südkoreaner verbrennt in der Hauptstadt Seoul eine Fahne mit dem Abbild des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-il Bild: AFP

Pjöngjangs Machthaber Kim Jong-il hat seine Armee in Kampfbereitschaft versetzt. Südkorea ruft dagegen an der Grenze nordkoreanische Soldaten zum Überlaufen auf. Schon bald wird sich der UN-Sicherheitsrat mit der Korea-Frage beschäftigen.

          Nordkorea hat nach Berichten aus Südkorea seine Armee in Kampfbereitschaft versetzt. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-il soll den Befehl dazu bereits in der vergangenen Woche gegeben haben, berichtet die Gruppe North Korea Intellectual Solidarity aus Seoul am Dienstag.

          In der vergangenen Woche hatte Seoul offiziell Nordkorea beschuldigt, den Untergang des Kriegsschiffes „Cheonan“ verursacht zu haben. Daraufhin brach Nordkorea am Dienstag alle Kommunikationsverbindungen zum Süden ab. Die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete ergänzend, alle südkoreanischen Mitarbeiter in der Sonderwirtschaftszone Kaesong würden ausgewiesen.

          Südkorea hat am Montag Lautsprecherübertragungen von Musik und Nachrichtensendungen über die Grenze wieder aufgenommen, die während der Entspannungspolitik zwischen Nord und Süd im Jahr 2004 abgebrochen worden waren. Nordkorea hat gedroht, es werde die Übertragungsgeräte beschießen. Am Dienstag wurden auch Flugblätter über die Grenze geschickt, in denen die Nordkoreaner über den Untergang der „Cheonan“ informiert werden. Südkorea will an der Grenze auch Anzeigetafeln installieren, die nordkoreanische Soldaten zum Überlaufen auffordern sollen.

          Nordkorea beschuldigte den Süden der Verletzung seines Territoriums

          Nach einer Meldung der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap beschuldigte Nordkorea den Süden der Verletzung seiner Territorialgewässer vor der Westküste der koreanischen Halbinsel. Für den Wiederholungsfall drohte Pjöngjang mit „praktischen militärischen Maßnahmen“. Ein nordkoreanischer Offizier behauptete demnach, „Dutzende“ südkoreanische Kriegsschiffe hätten die Seegrenze zwischen dem 14. und dem 24. Mai in dem Gebiet verletzt. Das sei eine „absichtliche Provokation“ des Südens, um die Beziehungen zwischen beiden Teilen Koreas über die Schwelle des Krieges zu treiben.

          Das amerikanische Außenministerium rechnet damit, dass sich der UN-Sicherheitsrat „in den nächsten Tagen“ mit der Korea-Frage beschäftigen wird. Ein Sprecher sicherte der südkoreanischen Regierung ein weiteres Mal die volle Unterstützung Washingtons zu. Jetzt gehe es darum, sich in Zusammenarbeit mit den Partnern über Angelegenheiten zu verständigen, mit deren Hilfe man Einfluss auf Nordkorea gewinnen könne. Auf jeden Fall müsse ein „starkes Signal“ an Pjöngjang gesendet werden. Außenministerin Clinton äußerte sich am Dienstag in Peking positiv über die Zusammenarbeit mit China auch im Zusammenhang mit dem Konflikt in Korea. Es seien intensive Kontakte mit China geplant, um zu einer gemeinsamen Antwort auf die nordkoreanische „Provokation“ zu kommen, sagte die Außenministerin.

          In Südkorea wurde hingegen kritisch vermerkt, dass sich die Volksrepublik China weiterhin nicht eindeutig zu der Versenkung des südkoreanische Kriegsschiffes geäußert hat. Es wird erwartet, dass dieses Thema bei einem Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao am Freitag zur Sprache kommen wird. Wen trifft in Seoul den südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak sowie den japanischen Regierungschef Hatoyama.

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