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Nach dem U-Boot-Unglück : Russischer Marinekommandeur muß gehen

  • Aktualisiert am

Offiziell zu alt: Admiral Kurojedow Bild: picture-alliance / dpa

Erste Konsequenzen nach der U-Boot-Havarie: Wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte, wird der Vertrag mit Kommandeur Kurojedow nicht verlängert. Ärzte berichten, an Bord habe es kaum Wasser und Lebensmittel gegeben.

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          Erste Konsequenzen aus dem U-Boot-Unglück vor der Kamatschatka-Halbinsel: Admiral Wladimir Kurojedow scheidet aus seinemn Amt als russischer Marinekommandeur aus.

          „Wegen der schlechten Gesundheit des Kommandeurs und der jüngsten Ereignisse in der Flotte“ sei mit einer Verlängerung von Kurojedows Vertrag nicht zu rechnen, sagte ein Vertreter des Verteidigungsministeriums am Montag in Moskau der Agentur Interfax.

          Kaum Lebensmittel und Wasser

          Die sieben am Vortag vom Meeresgrund geretteten Seeleute werden weiter in der Hafenstadt Petropawlowsk-Kamtschatski medizinisch behandelt. An Bord des Mini-U-Bootes seien entgegen den Beteuerungen der Marineführung kaum Lebensmittel und Wasser gewesen, sagten Ärzte.

          Die Männer hätten täglich nur drei bis vier Schlucke Wasser getrunken und Zwiebackkrümel gegessen. Den Tod vor Augen hatten die Seefahrer schon Abschiedsbriefe an ihre Familien geschrieben.

          Massorin möglicher Nachfolger

          Als möglichen Nachfolger für Marinekommandeur Kurojedow nannten russische Medien den bisherigen Stabschef der Marine, Admiral Wladimir Massorin. Verteidigungsminister Sergej Iwanow setzte Massorin als Leiter einer Untersuchungskommission zu dem Unfall ein.

          Die russische Marine hatte das Mini-U-Boot nicht aus eigenen Kräften befreien können. Erst britische Spezialisten hatten die Kabel einer Unterwasser-Lauschanlage und ein Netz durchtrennt, die das Tauchboot 76 Stunden lang in 190 Meter Tiefe festhielten.

          Alter als offiziellen Grund genannt

          Marinekommandeur Kurojedow liegt angeblich seit Anfang August im Krankenhaus und trat während der dramatischen Rettungsaktion nicht in Erscheinung. Es war bereits das dritte schwere U-Boot-Unglück unter seiner Amtsführung nach dem Untergang der „Kursk“ mit 118 Toten im August 2000 und der ausgemusterten „K-159“ mit neun Todesopfern im August 2003.

          Als offizieller Grund für Kurojedows Ausscheiden wurde genannt, daß er im September 61 Jahre alt werde. Russische Führungsoffiziere erhalten ab 60 Jahren nur noch Jahresverträge.

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