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Nach Bombenserie : Athen stoppt Luftfracht ins Ausland

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Nach dem Fund mehrerer aus Griechenland stammender Paketbomben in Berlin, Athen und Bologna haben die griechischen Behörden für 48 Stunden die internationale Luftfracht gestoppt. Kanzlerin Merkel forderte schärfere Sicherheitsbestimmungen.

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          Die griechischen Sicherheitskräfte bleiben wegen der Bombenserie in Alarmbereitschaft. In der Nacht zum Mittwoch zündeten mutmaßliche Sympathisanten der Terroristen, die für die Bombenserie verantwortlich sind, mehrere Autos in Athen an. Insgesamt brannten zwölf Fahrzeuge völlig aus, berichtete das Staatsradio.

          Am Dienstagabend waren im Athener Flughafen zwei weitere Briefbomben unschädlich gemacht worden. Sie waren an den Europäischen Gerichtshof und an das Europäische Polizeiamt (Europol) adressiert. Somit wurden nun insgesamt elf Paketbomben gefunden. Die Sicherheitskräfte versuchen unterdessen zu ermitteln, ob noch weitere Briefbomben unterwegs sind. Aus diesem Grund wurden am Mittwoch für 48 Stunden alle Kurierdienste von Griechenland ins Ausland eingestellt. Die griechische Polizei wollte alle Pakete kontrollieren, die am Athener Flughafen abkamen.

          Briefbombe an Berlusconi

          In Athen hatten am Montag und Dienstag zwei inzwischen Festgenommenen sowie andere unbekannte Täter Pakete mit Brandsätzen an mehrere Botschaften geschickt, darunter auch die Vertretungen Deutschlands und der Schweiz. Ein Päckchen mit Sprengstoff ging aus Griechenland an das Kanzleramt in Berlin und wurde dort rechtzeitig entschärft. (Siehe auch:Berlin: Sprengstoff-Paket im Kanzleramt )

          Die griechische Polizei ist in Alarmbereitschaft
          Die griechische Polizei ist in Alarmbereitschaft : Bild: dpa

          Ein anderes an den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi adressiertes Paket ging auf dem Flughafen von Bologna beim Öffnen durch Sprengstoffexperten in Flammen auf. Wie die Nachrichtenagentur Ansa in der Nacht zum Mittwoch berichtete, wurde niemand verletzt. Die Überreste des Pakets würden jetzt analysiert.

          Merkel fordert schärfere Sicherheitsbestimmungen

          Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou verurteilte die Bombenserie in Athen und die Sendung eines explosiven Pakets aus Griechenland an Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Wir verurteilen es aufs Schärfste und widersetzen uns unerbittlich jedem, der mit Terroraktionen und Gewalt versucht, dem sozialen Frieden und dem Bild des Landes im Ausland zu schaden“, sagte Papandreou. Die griechischen Sicherheitsbehörden arbeiteten daran, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, versicherte er.

          Kanzlerin Merkel sprach sich indes für schärfere Sicherheitsbestimmungen bei der Luftfracht aus. „Das Problem, das wir gerade im Bundeskanzleramt mit einem verdächtigen Paket hatten“ müsse Anlass sein, „die Kontrollen für Frachtgüter innerhalb Europas, mit den Vereinigten Staaten und dann möglichst weltweit besser abzustimmen“, sagte sie der „Passauer Neuen Presse“ (Mittwochsausgabe). Die Sicherheitsbestimmungen für Luftfracht seien „weltweit sehr uneinheitlich“.

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