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Nach Ausschreitungen : Israel entfernt Metalldetektoren am Tempelberg

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Palästinenser beten am 23. Juli 2017 in Bethlehem (Westjordanland) vor Metalldetektoren. Bild: dpa

Vorläufige Entspannung in Israel: In der Nacht begann Israel mit dem Abbau der Metalldetektoren am Tempelberg. Auch die Spannungen mit Jordanien legen sich etwas - im Konflikt um einen Angriff auf einen Israeli kam es zu einer Lösung.

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          Ein bei einem tödlichen Zwischenfall auf dem Gelände der israelischen Botschaft in Amman verletzter Wachmann ist am späten Montagabend nach Israel zurückgekehrt. Er habe mit einer Botschaftsdelegation den Allenby-Grenzübergang passiert, teilte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit. Der Vorfall hatte die Beziehungen zwischen Israel und Jordanien nach Medienberichten stark belastet.

          Die jordanische Nachrichtenagentur Petra berichtete, König Abdullah II. habe bei einem Telefonat mit Netanjahu über die jüngste Tempelberg-Krise gesprochen. Der Monarch habe auf eine sofortige Lösung gedrängt. Die von Israel getroffenen Maßnahmen müssten rückgängig gemacht und der Tempelberg frei für Betende zugänglich sein, forderte der König Jordaniens, das Hüter der heiligen Stätte ist.

          Metalldetektoren waren Ursache der jüngsten Ausschreitungen

          Der umstrittene Einsatz von Metalldetektoren am Tempelberg wird nach einem Beschluss des israelischen Sicherheitskabinetts beendet. Das Gremium habe auf Empfehlung aller Sicherheitsorgane entschieden, die Metalldetektoren durch „Sicherheitsinspektionen auf der Grundlage hoch entwickelter Technologien und andere Mittel“ zu ersetzen, teilte das Büro von Regierungschef Benjamin Netanjahu am Dienstag mit. Arbeiter begannen bereits in der Nacht zum Dienstag, die Detektoren zu entfernen.

          Als die Entscheidung des Sicherheitskabinetts bekannt wurde, versammelten sich spontan einige hundert Palästinenser zu einer Freudenkundgebung an einem Zugang zum Tempelberg. Als ein Demonstrant ein Feuerwerk abbrannte, setzte die israelische Polizei Blendgranaten ein, um die Menge zu vertreiben.

          Unklar an dem Beschluss des Sicherheitskabinetts blieb zunächst, was unter „hoch entwickelten Technologien“ zu verstehen ist, wie es in der Erklärung hieß. Ungewiss war auch, ob sie von den muslimischen Gläubigen akzeptiert würden. Neben Metalldetektoren waren auch Kameras an den Eingängen installiert worden.

          UN-Sondergesandter Mladenow fordert rasche Lösung

          Angesichts der gewalttätigen Konflikte um die Zugangsrechte zum Tempelberg in Jerusalem hatte der UN-Sondergesandte Nikolai Mladenow zuvor eine rasche „Lösung“ gefordert. „Es ist extrem wichtig, dass für die aktuelle Krise bis Freitag eine Lösung gefunden wird“, sagte der Sondergesandte für den Nahen Osten am Montag am Sitz der UNO in New York. Die Gefahr einer weiteren Eskalation nehme zu, wenn bis zu den bevorstehenden Freitagsgebeten der Muslime keine Lösung gefunden worden sei, sagte Mladenow. Der Streit um den Tempelberg könne „weit über die Stadtmauern der Altstadt (Jerusalems) hinaus katastrophale Kosten“ verursachen. Diese Auswirkungen könnten „weit über Israel und Palästina“ und „weit über den Nahen Osten“ hinausreichen.

          Die neuen Sicherheitsvorkehrungen hatten die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern zuletzt weiter angeheizt. Es kam zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und Palästinensern mit mehreren Toten und Dutzenden Verletzten ­– insbesondere im Anschluss an das Freitagsgebet. Zahlreiche muslimische Gläubigen blieben dem Areal mit der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom zudem aus Protest gegen die neuen Überwachungsmaßnahmen fern und beteten nach einer Aufforderung der palästinensischen Religionsbehörden außerhalb des Geländes.

          Palästina: Israel will Kontrolle über den Tempelberg

          Israel hatte nach einem Anschlag auf zwei israelische Polizisten in der Jerusalemer Altstadt Mitte Juli die Kontrollen zum Tempelberg verschärft und Metalldetektoren sowie zusätzliche Überwachungskameras am Eingang installieren lassen. Die Palästinenser sehen darin einen Versuch Israels, mehr Kontrolle über den Tempelberg zu gewinnen.

          Der Tempelberg (Arabisch: Al-Haram Al-Scharif) ist das drittwichtigste Heiligtum des Islams nach Mekka und Medina. An ihm befindet sich auch die jüdische Klagemauer, einziger Überrest des von den Römern im Jahr 70 zerstörten Zweiten Jüdischen Tempels.

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