https://www.faz.net/-gpf-9ipee

Nach Attentat in Danzig : Polen protestieren gegen Hass

  • Aktualisiert am

Gedenkmarsch in Danzig am Montagabend Bild: dpa

Zehntausende Menschen haben in Polen des getöteten Danziger Bürgermeisters Pawel Adamowicz gedacht. Das Messer-Attentat wühlt das Land auf.

          Nach dem tödlichen Messerangriff auf den Danziger Bürgermeister Pawel Adamowicz haben am Montagabend Zehntausende Menschen in Polens Städten mit Schweigemärschen gegen politischen Hass protestiert. EU-Ratspräsident Donald Tusk rief in Danzig zu mehr gegenseitigem Respekt auf. „Lieber Pawel, wir versprechen Dir, dass wir für Dich und für uns alle unser Danzig, unser Polen und unser Europa vor Hass und Verachtung beschützen werden“, sagte der ehemalige polnische Regierungschef vor vielen Tausenden Menschen.

          „Nein zu Hass, Spaltung und Vorurteilen“

          Ein 27 Jahre alter Mann hatte den Bürgermeister am Sonntagabend bei einer Benefizveranstaltung niedergestochen. Staatspräsident Andrzej Duda und Ministerpräsident Mateusz Morawiecki nahmen am Montagabend an einer Gedenkmesse für Adamowicz in der Warschauer Kathedrale teil. Man habe sich hier nicht nur zum Gebet für den Verstorbenen und aus Solidarität für seine Familie versammelt, sagte Kardinal Kazimierz Nycz. Es ginge auch darum, „entschieden Nein zu Hass, Spaltung und Vorurteilen zu sagen“. Nycz warb für den „Weg der der brüderlichen Liebe“ und eine Gemeinschaft, die niemanden ausschließe.

          Der Täter hatte laut Medienberichten nach der Messerattacke ins Mikrofon gerufen, er habe fünf Jahre unschuldig im Gefängnis gesessen; die Bürgerplattform habe ihn gefoltert. Ärzte der Uniklinik hatten Adamowicz laut einer Sprecherin fünf Stunden lang operiert. Am Montagnachmittag starb er.

          Der Täter stach den Politiker bei der Abschlussveranstaltung der größten Spendenaktion des Landes nieder, des „Großen Orchesters der Weihnachtshilfe“. Bei der jährlichen Aktion wird Geld für die Ausstattung von Krankenhäusern und Gesundheitsprojekte gesammelt. In diesem Jahr kamen bislang rund 21,5 Millionen Euro zusammen.

          Weitere Themen

          G-7-Gipfel in Biarritz hat begonnen Video-Seite öffnen

          Handel, Klima, Gerechtigkeit : G-7-Gipfel in Biarritz hat begonnen

          Um die ganz großen, die weltbewegenden Themen unserer Zeit soll es im französischen Biarritz gehen: Handel, Klima, Gerechtigkeit und einige mehr. Das dreitägige Treffen steht aber auch unter dem Eindruck der Zerwürfnisse zwischen den Teilnehmern.

          Topmeldungen

          Sowohl Trump als auch Johnson winken mit ihrem zerstörerischen Potential. Nur schätzen sie ihre Position falsch ein.

          Schwäche der EU? : Boris Trump

          Sowohl Trump als auch Johnson verschätzen sich: Man kann aus den Wechselbeziehungen der globalisierten Welt nicht in Trotzecken fliehen und dabei nachhaltige Gewinne machen. Europa ist da in einer stärkeren Position.

          Axel Voss auf der Gamescom : Zu Gast bei Feinden

          Der EU-Abgeordnete Axel Voss ist die Hassfigur der Youtuber und Gamer. Mit der Reform des Urheberrechts hat er die Szene gegen sich aufgebracht. Sein Besuch auf der Spielemesse Gamescom lief dann aber anders als erwartet.

          3:0 bei Schalke 04 : Bayern und die große Lewandowski-Show

          Nach dem Remis zum Start der Saison zeigen die Münchner „auf“ Schalke ihre ganze Klasse. Beim klaren Sieg ragt vor allem der Torjäger heraus. Es ist ein Spiel voller denkwürdiger Momente.
          Noch baumelt der Golf an den Greifarmen im Zwickauer VW-Werk. Bald soll ihn das Elektromodell ID ablösen.

          VW-Werk : Zwickau wird elektrisch

          VW produziert im sächsischen Zwickau bald nur noch Elektroautos. Das Werk wird damit zum Modell für die ganze Branche. Was bedeutet das für die Arbeiter? Ein Besuch im Versuchslabor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.