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Nach Anschlag von Nizza : Islamistischer Alltagsterror

  • -Aktualisiert am

Trauer in Nizza: Menschen zünden Kerzen auf der Straße vor der Kirche Notre Dame für die Opfer der mörderischen Messerattacke an. Bild: dpa

Islamistische Täter mögen zu großen Anschlägen wie 2015 in Paris nicht mehr in der Lage sein. Doch die alltäglichen unberechenbaren Terrorattacken wie in Nizza schaffen ein Klima der Angst.

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          Innenminister Darmanin sieht Frankreich im „Krieg gegen die islamistische Ideologie“. Manche werden die Verwendung des Wortes „Krieg“ rügen, weil es nur zu weiterer politischer Hysterisierung und zur Aufwallung der Gefühle führe, nach dem Motto: Wir gegen die, die gegen uns. Darmanin aber spricht nicht von „denen“ in Pauschalform, er spricht auch nicht von Islamisten, sondern von einer Ideologie. Dass diese Ideologie mit einer säkularen, pluralistischen, freiheitlichen Ordnung nicht kompatibel ist, dass sie diese verachtet und zerstören will, das ist nicht zu bestreiten. Die Werkzeuge dieses Nihilismus sind mehr und mehr junge, aufgehetzte Einzeltäter oder kleine Gruppen.

          Deshalb ist es ja so schwer, ihrer habhaft zu werden. Wenn etwa das Bundesinnenministerium sagt, es gebe derzeit keine konkreten Hinweise, dass ein ähnlicher Anschlag wie in Nizza bevorstehe, so wird das zwar stimmen, kann aber nicht wirklich beruhigen. Denn auch vor dem dreifachen Mord in Nizza haben die französischen Behörden, soviel man weiß, keine Hinweise gehabt, dass eine solche Tat bevorstehe.

          Das macht diese Form des islamistischen Alltagsterrors so unheimlich. Zu großen Aktionen gegen strategische Ziele sind diese Terroristen vermutlich kaum noch in der Lage. Doch wenn es zu unserem Alltag gehören soll, dass mal hier ein Mensch enthauptet und mal da ein anderer erstochen wird, dann entsteht ein bedrückendes Klima der Angst. Deswegen müssen die Sicherheitskräfte jetzt resolut vorgehen.

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