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Nach Anschlag in Kabul : Bundespolizei stellt ihre Arbeit in Afghanistan vorerst ein

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Ein schwerer Selbstmordanschlag der radikalislamischen Taliban nahe des „Green Village“ in Kabul forderte 16 Todesopfer. Bild: AP

Die deutschen Behörden fürchten nach einem schweren Anschlag vor einer Woche um die Sicherheit der in Kabul stationierten Bundespolizisten.

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          Die Bundespolizei hat ihre Arbeit in Afghanistan vorerst eingestellt. Nach einem Anschlag, der die Büros und Unterkünfte der Bundespolizei in der Hauptstadt Kabul zerstört habe, werde die Hälfte der 22 vor Ort präsenten Angehörigen des Polizeiprojekts nach Deutschland ausgeflogen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Die andere Hälfte der Polizisten und der Leiter hätten Platz in der deutschen Botschaft in Kabul gefunden.

          Die Frage der „weiteren Arbeitsfähigkeit“ werde aktuell geklärt, sagte der Sprecher. „Davon hängt auch die Fortführung der erfolgreichen Zusammenarbeit mit den afghanischen Sicherheitsbehörden ab.“ Das Magazin „Spiegel“ hatte zuvor berichtet, ein Großteil der deutschen Polizisten sei außer Landes oder nach Masar-i-Scharif im Norden Afghanistans gebracht worden.

          Die radikalislamischen Taliban hatten am Montag vor einer Woche einen Anschlag auf das sogenannte Green Village im Osten Kabuls verübt, in dem Hilfsorganisationen und internationale Organisationen ansässig sind. Neben der Bundespolizei war dort auch die deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) untergebracht. Bei dem Anschlag wurden mindestens 16 Menschen getötet und 119 weitere verletzt.

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