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Nach Anschlag auf Rabbani : Karzai will Verhandlungen mit Taliban abbrechen

  • Aktualisiert am

Juni 2002: Hamid Karzai wird von einer Loya Dschirga zum Präsidenten Afghanistans vereidigt. Bild: dapd

Der afghanische Präsident Karzai rückt von weiteren Verhandlungen mit den Taliban ab. Das Attentat auf den früheren Präsidenten Rabbani habe seine Sicht verändert: „Ihre Boten kommen und töten. Mit wem also sollen wir Frieden machen.“

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          Afghanistans Präsident Hamid Karzai sieht offenbar keinen Sinn mehr in Verhandlungen mit den Taliban. Lange Zeit war Karzai einer der größten Befürworter der Gespräche. Doch das Selbstmordattentat auf den früheren Präsidenten und Vorsitzenden des für die Gespräche mit den Taliban zuständigen Hohen Friedensrats, Burhanuddin Rabbani, am 20. September habe seine Sicht der Dinge verändert, sagte Karsai in einer am Samstag veröffentlichten Videoaufzeichnung.

          „Ihre Boten kommen und töten. Mit wem also sollen wir Frieden machen“, fragte Karzai in dem Video, mit dem er sich am Freitag an eine Versammlung ranghoher religiöser Führer des Landes richtete. „Ich kann Mullah Mohammad Omar nicht finden“, sagte Karzai über den einäugigen Führer der Taliban. „Wo ist er? Ich kann den Talibanrat nicht finden. Wo ist er?“ „Ich habe keine andere Antwort, als zu sagen, dass die andere Seite für diese Verhandlungen Pakistan ist“, sagte Karzai. Der größte Teil der Führungsriege der Taliban lebt vermutlich in Pakistan und ihr Regierungsrat Quetta Shura tagt in der gleichnamigen südpakistanischen Stadt.

          Auch die Ermordung Rabbanis wurde nach Einschätzung des afghanischen Geheimdienstes in Pakistan geplant. Ein Sprecher des Geheimdienstes, Lutifullah Maschal, erklärte am Samstag, das Attentat sei in der Nähe von Quetta vorbereitet worden. Die Ermittler hätten der pakistanischen Botschaft in Kabul entsprechende Beweise vorlegt. Darunter seien Adressen, Fotos und Karten.

          Rabbani hatte die Gespräche mit den Taliban geführt
          Rabbani hatte die Gespräche mit den Taliban geführt : Bild: dpa

          Die afghanische Regierung hatte Pakistan diese Woche dafür kritisiert, dass das Land keine Anstrengungen unternommen habe, den Extremisten ihre Rückzugsgebiete abspenstig zu machen. Und falls Pakistans Geheimdienst - wie es ihm vom scheidenden amerikanischen Generalstabschef Mike Mullen vorgeworfen wurde - die Taliban gegen Afghanistan unterstütze, dann müsse die afghanische Regierung mit Pakistan verhandeln und nicht mit den Taliban, hieß es.

          Das aus Pakistan heraus operierende Haqqani-Netzwerk gilt als eine der größten Gefahren für die Sicherheit in Afghanistan. Der NATO gelang jedoch ein Schlag gegen das Netzwerk. Hadschi Mali Chan sei bei einem Einsatz in der Provinz Paktia an der Grenze zu Pakistan festgenommen worden, teilte das Militärbündnis am Samstag mit. Er habe keinen Widerstand geleistet. Auch sein Stellvertreter, sein Leibwächter und weitere Aufständische seien gefangen genommen worden.

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