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Anschläge in Sri Lanka : Ministerium korrigiert Zahl der Toten drastisch nach unten

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In Negombo, Sri Lanka, gedenken Menschen den Todesopfern der Anschlagsreihe auf Luxushotels und Kirchen. Bild: Reuters

Nach den blutigen Anschlägen in Sri Lanka am Osterwochenende schätzten die Behörden die Todesopferzahl auf 359. Das Gesundheitsministerium korrigiert die Zahl nun um mehr als 100 nach unten.

          Das Gesundheitsministerium in Sri Lanka hat die Zahl der Toten bei den Anschlägen vom Ostersonntag um mehr als 100 nach unten korrigiert. Bei den Anschlägen seien 253 Menschen ums Leben gekommen, nicht wie zuletzt angegeben 359. Der Generaldirektor der Gesundheitsdienste, Anil Jayasinghe, teilte am Donnerstagabend mit, die genaue Zahl sei unklar, weil die Körper extrem verstümmelt worden seien. Auch die Zahl der Verletzten korrigierte er von früher 485 auf 149 nach unten. Nach den jüngsten Zahlen des Außenministeriums Sri Lankas waren 40 Ausländer unter den Todesopfern. Es war zunächst unklar, ob sich auch diese Zahl ändern wird.

          Am selben Tag kam es in Sri Lanka in der Nähe der Hauptstadt Colombo zu einer weiteren Explosion. Polizeiangaben zufolge gab es keine Opfer. Die Ursache sei bislang unklar, es handele sich nicht wie in den vergangenen Tagen um eine gezielte Detonation zur Entschärfung eines Sprengsatzes. Außerdem  wurde die Notenbank in Colombo wegen einer Bombendrohung zeitweise geschlossen. Diese stellte sich später als falscher Alarm heraus, die Beschäftigen konnten zurück an ihre Arbeitsplätze. Die Hauptstraße zum Flughafen von Colombo wurde vorübergehend gesperrt, weil ein verdächtiges Fahrzeug auf einem nahe gelegenen Parkplatz entdeckt wurde. Auch dies entpuppte sich als falscher Alarm.

          Darüber hinaus haben die Ermittler 16 weitere Verdächtige festgenommen. Insgesamt befinden sich nach Behördenangaben vom Donnerstag nun 76 Verdächtige in Gewahrsam. Zudem wurden mehrere Fahrzeuge beschlagnahmt und neue Sicherheitsvorkehrungen erlassen, darunter ein Flugverbot für Drohnen. Unterstützt werden die einheimischen Ermittler von eigens angereisten Teams der amerikanischen Bundespolizei FBI und von Interpol.

          Sieben sri-lankische Selbstmordattentäter hatten sich am Ostersonntag nahezu gleichzeitig in drei Kirchen in mehreren Städten und drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo in die Luft gesprengt. Einige Stunden später gab es zwei weitere Explosionen in einem kleinen Hotel und einer Wohngegend in Vororten Colombos. Ein weiterer Anschlag auf ein Fünf-Sterne-Hotel scheiterte.

          Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat die Selbstmordanschläge für sich reklamiert. Die Echtheit der Nachricht ließ sich nicht unabhängig überprüfen. Sri Lankas Behörden machen eine einheimische Islamistengruppe verantwortlich, die aber Hilfe aus dem Ausland gehabt haben soll. Nach Einschätzung der Regierung waren die Taten als Vergeltung für den Anschlag auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März gedacht.

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