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Nach Angriff auf Syrien : Israel will Teherans Einfluss beim Nachbarn verhindern

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Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman nimmt Stellung zum israelischen Angriff auf einen syrischen Militärposten bei Aleppo. Bild: EPA

Der israelische Verteidigungsminister Lieberman erklärt, dass sein Land nicht zulassen werde, dass Iran sich in Syrien festsetzt. Unterdessen meldet die Kurdenmiliz YPG ihren Abzug aus Manbidsch.

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          Israel hat syrischen Staatsmedien zufolge einen Militärposten nahe des Flughafens Nairab bei Aleppo mit Raketen beschossen. Damit versuche Israel, Rebellen im Süden Syriens zu helfen, zitierte die Nachrichtenagentur Sana Militärkreise. Dort führen Regierungstruppen eine Offensive gegen Aufständische. Ein israelischer Militärsprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman erklärte, die Syrien-Politik seines Landes habe sich nicht geändert.

          Bei dem Raketenangriff am Sonntag habe es lediglich Sachschaden gegeben, meldete Sana. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach dagegen von neun Menschen, die in einem von iranischen Revolutionsgardisten genutzten Logistikstandort getötet worden seien. Iran ist ein wichtiger Verbündeter des syrischen Präsidenten Baschar al Assad. „Wir werden nicht zulassen, dass sich Iran in Syrien festsetzt“, sagte Lieberman dem Medienhaus Ynet am Montag. „Wir werden ihnen nicht erlauben, Syrien zu einer Art Vorhut gegen den Staat Israel zu machen“. Israel hat bereits dutzende Stellungen Irans und von diesem unterstützten Milizen in dem Bürgerkriegsland angegriffen.

          Kurdenmiliz meldet Abzug aus Manbidsch

          Aus der nordsyrischen Stadt Manbidsch zog sich die Kurdenmiliz YPG nach eigenen Angaben komplett zurück. Die letzten verbliebenen YPG-Militärberater seien am Sonntag abgezogen, teilte die für die Stadt an der türkischen Grenze zuständige Miliz mit. Hintergrund des Abzugs ist eine Abmachung zwischen Ankara und den Washington vom vergangenen Monat. In türkischen Außenamtskreisen hieß es, die Berichte über den Abzug der YPG-Kämpfer seien übertrieben. Der Prozess gehe weiter.

          Die Türkei betrachtet die YPG als Terrorgruppe. Sie sieht in ihr einen Ableger der verbotenen PKK, die in der Türkei für Autonomie der Kurden kämpft. Für die Vereinigten Staaten ist die YPG dagegen ein Verbündeter im Kampf gegen die Extremistenmiliz IS. Damit hätte die Gefahr einer direkten Konfrontation mit Soldaten des Nato-Partners Amerika gedroht.

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