https://www.faz.net/-gpf-7u4xf

Nach Absturz von Flug MH17 : Russland spricht von „Informationskrieg“

  • Aktualisiert am

Absturzstelle von MH17 in der Ostukraine Bild: dpa

Der russische UN-Botschafter fordert die Vereinten Nationen zu einer objektiven Untersuchung des Abschusses von Flug MH17 auf. Er kritisiert, seinem Land werde ohne Beweise die Schuld an dem Absturz gegeben. Unterdessen wurden weitere Leichen identifiziert.

          Russlands Botschafter bei den Vereinten Nationen (UN), Witali Tschurkin, hat die bisherigen Ermittlungen zum Flugzeugabsturz der malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine als „Informationskrieg“ bezeichnet. Tschurkin kritisierte, der russischen Regierung sowie den prorussischen Separatisten in der Ostukraine sei ohne jegliche Beweise vorgeworfen worden, in den Abschuss von Flug MH17 verwickelt gewesen zu sein. Vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York erklärte der Botschafter, eine transparente und objektive Untersuchung des Flugzeugabsturzes sei nur unter Beteiligung der UN möglich.

          In dem vorläufigen Bericht der niederländischen Sicherheitsbehörde vom 9. September über die möglichen Gründe für den Absturz wird davon gesprochen, die Boeing 777 sei von mehreren „von mit großer Energie betriebenen Objekten“ getroffen worden und dann auseinander gebrochen. Das sei „nicht wirklich informativ“ erklärte Tschurkin.

          Suche nach weiteren Opfern unterbrochen

          Die Maschine der Malaysia Airlines war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur in dem von ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten umkämpften Gebiet über der Ostukraine abgestürzt.  Alle 298 Insassen kamen dabei ums Leben. Die ukrainische Regierung und westliche Politiker gehen davon aus, dass Flug MH17 von prorussischen Separatisten abgeschossen wurde. Russland sieht die Verantwortung dagegen bei der Regierung in Kiew.

          Unterdessen haben Rechtsmediziner weitere 14 Opfer identifiziert. Bei sieben von ihnen habe es sich um Niederländer gehandelt, teilte das niederländische Außenministerium am Freitag mit. Die Angehörigen seien informiert worden. Die Nationalitäten der anderen sieben Opfer werden den Angaben zufolge nach entsprechenden Bitten der Botschaften der Herkunftsländer nicht veröffentlicht. Bei den meisten Opfern handelte es sich um Niederländer, weshalb Den Haag die Ermittlungen leitet. Bislang wurden 225 Opfer identifiziert.

          Einige Opfer können möglicherweise nie identifiziert werden, da die Suche nach den sterblichen Überresten am Absturzort wegen der Kämpfe in der Region unterbrochen werden mussten. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte erklärte am Freitag, es sei weiterhin „zu gefährlich“, sich an die Absturzstelle zu begeben. Die Mehrheit der niederländischen Ermittler in der Ukraine werde deshalb in ihre Heimat zurückkehren.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ashton Applewhite

          Altersdiskriminierung : „Man kann nicht jung bleiben“

          Die Amerikanerin Ashton Applewhite kämpft gegen eine Form der Diskriminierung, über die kaum jemand spricht, obwohl sie jeden irgendwann treffen wird. Ein Gespräch über Altersdiskriminierung.
          Schlechte Laune im Osten? Das stimmt nicht so ganz.

          Ostdeutschland : Woher die schlechte Laune?

          Steht es dreißig Jahre nach dem Ende der DDR wirklich so schlimm mit der deutschen Einheit und dem Osten? Nein. Die krasse Fehleinschätzung hat auch etwas mit denen zu tun, die heute die politische Meinung im Osten mitprägen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.