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Viele Verletzte : Mehrere Tote bei Protesten in Myanmar

  • Aktualisiert am

Demonstranten tragen am Samstag einen Verletzten in Mandalay, Myanmar Bild: EPA

Seit der Nacht zum Samstag gehen die Sicherheitskräfte in Myanmar besonders brutal gegen die Demonstranten vor. Es gab mehrere Tote und viele Verletzte.

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          Bei den andauernden Protesten gegen den Militärputsch in Myanmar hat es Augenzeugen und Medien zufolge seit Freitagabend elf Tote und zahlreiche Verletzte gegeben. In der ehemaligen Hauptstadt Yangon kamen drei Menschen ums Leben, als Sicherheitskräfte am Freitagabend in mehreren Stadtteilen „sehr brutal“ gegen Demonstranten vorgingen, wie Journalisten am Samstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) berichteten.

          Drei weitere Demonstranten seien am Samstag bei Protesten in der Stadt Mandalay im Zentrum des südostasiatischen Landes getötet worden, sagte ein Augenzeuge und Journalist der dpa. Dort habe die Polizei versucht, mit Schüssen die Proteste zu zerschlagen. Zwei Demonstranten kamen zudem bei Protesten am Samstag in Pyay nördlich von Yangon ums Leben, wie der Radiosender Radio Free Asia berichtete.

          Mehr als 70 Tote laut UN

          Das Militär hatte sich am 1. Februar an die Macht geputscht. Seitdem gibt es immer wieder Massenproteste, nach UN-Angaben wurden seither schon mehr als 70 Menschen getötet. Polizei und Armee reagieren zunehmend brutal und setzen wohl auch gezielt tödliche Gewalt ein. Dutzende Menschen wurden bereits erschossen und viele weitere verletzt.

          Trotz einer nächtlichen Ausgangssperre waren am Freitagabend landesweit wieder zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Militärjunta zu protestieren. Im Viertel Hledan in Yangon hätten sich Tausende Menschen mit Kerzen zu einer Nachtwache versammelt, berichteten die Zeitung „The Irrawaddy“ und andere lokale Medien. Viele hielten wieder Plakate in den Händen, auf denen sie die Freilassung der entmachteten und festgesetzten Regierungschefin Aung San Suu Kyi forderten.

          Auf verifizierten Videoaufnahmen waren die aufgebahrten Leichen zweier Toten und trauernde Angehörige zu sehen. „Alle haben gesagt, geh nicht raus, bleib einfach zu Hause, aber er hat gesagt, dass er rausgehen muss, weil drei Jugendliche festgenommen und in die Polizeiwache gebracht wurden“, sagte die Witwe des 37 Jahre alten Si Thu aus Yangon. „Wir haben vergeblich darauf gewartet, dass er zurückkommt.“

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