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Myanmar : US-Ermittler verhindern Attentat auf juntakritischen UN-Botschafter

  • Aktualisiert am

Myanmars UN-Botschafter Kyaw Moe Tun Bild: Reuters

Die US-Justiz wirft zwei Männern aus Myanmar vor, einen Anschlag auf den UN-Botschafter ihres Landes geplant zu haben. Der Diplomat hatte sich als Gegner der Militärregierung positioniert.

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          Die US-Staatsanwaltschaft beschuldigt zwei Bürger aus Myanmar, ein Attentat auf den Botschafter ihres Landes bei den Vereinten Nationen geplant zu haben. Wie leitende Ermittler am Freitag mitteilten, wollten die beiden Männer den pro-demokratischen Diplomaten Kyaw Moe Tun zum Rücktritt zwingen – und ihn ermorden, falls er sich weigerte. Die beiden Verdächtigen im Alter von 28 und 20 Jahren wurden festgenommen.

          Laut Gerichtsdokumenten war bei den US-Behörden vor wenigen Tagen ein Hinweis auf die Attentatspläne eingegangen. Die Strafverfolgungsbehörden hätten daraufhin rasch gehandelt, um das Attentat zu verhindern, sagte die Vertreterin der Bundespolizei FBI, Jacqueline Maguire. Den beiden Verdächtigen drohen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren.

          Gegner der Militärherrscher

          Ob die zwei Männer in Verbindung zur Militärjunta in Myanmar stehen, war unklar. In dem südostasiatischen Land hatte die Armee im Februar in einem Putsch die Macht an sich gerissen. Die de-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi wurde inhaftiert.

          Der myanmarische Botschafter am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York, Kyaw Moe Tun, unterstützt die Demokratie-Bewegung in seinem Land und hat sich gegen die Militärjunta positioniert. Er hat sich der Aufforderung der Militärherrscher widersetzt, seinen Posten abzugeben. Das Attentat auf Kyaw Moe Tun war nach Angaben der Ermittler im Verwaltungsbezirk Westchester nördlich von New York geplant, wo der Diplomat wohnt.

          Erst kürzlich hatte die Militärjunta in Myanmar den nach dem Putsch verhängten Ausnahmezustand um eineinhalb Jahre bis zum August 2023 verlängert. Nach dem Umsturz hatte es in Myanmar wochenlang Massenproteste gegeben, gegen welche die Sicherheitskräfte brutal vorgingen. Nach Angaben von Aktivisten wurden dabei mehr als 900 Menschen getötet.

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