https://www.faz.net/-gpf-97tn7

Myanmar : UN: Verbliebene Rohingya sollen ausgehungert werden

  • Aktualisiert am

Hier kann niemand mehr leben: Überreste niedergebrannter Rohingya-Dörfer im Norden von Myanmar. Bild: AFP

Ein Spitzenbeamter der UN klagt an: Nach wie vor gebe es in Myanmar ethnische Säuberungen gegen die muslimische Rohingya-Minderheit. Eine in Aussicht gestellte Rückkehr sei nur Augenwischerei.

          In Myanmar gibt es nach Darstellung der Vereinten Nationen nach wie vor „ethnische Säuberungen“ gegen die muslimische Rohingya-Minderheit. „Es erscheint so als ob es nach wie vor weit verbreitete und systematische Gewalt gegen die Rohingya gibt“, sagte der stellvertretende UN-Generalsekretär für Menschenrechte, Andrew Gilmour, am Dienstag in New York nach einem viertägigen Besuch in der Region.

          „Die Art der Gewalt hat sich verändert vom rasendem Blutvergießen und den Massenvergewaltigungen des vergangenen Jahres zu einer Terrorkampagne von geringerer Intensität und des erzwungenen Hungerns, der anscheinend das Ziel hat, die verbleibenden Rohingya aus ihren Häusern und nach Bangladesch zu zwingen.“

          Rückkehr unmöglich gemacht

          Eine Rückkehr geflohener Rohingya aus Bangladesch sei unter den derzeitigen Umständen „unmöglich“ und „unvorstellbar“, bekräftigte der UN-Vertreter. „Die Regierung von Myanmar erzählt der Welt, dass sie bereit ist, Rohingya-Rückkehrer zu empfangen, während ihre Truppen sie weiterhin nach Bangladesch treibt.“

          Die muslimischen Rohingya werden im mehrheitlich buddhistischen Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Im Sommer vergangenen Jahres eskalierte der Konflikt, als Rohingya-Rebellen bei Angriffen rund ein Dutzend Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt und zerstörte zahlreiche Rohingya-Dörfer, Flüchtlinge berichten von Ermordungen und Vergewaltigungen.

          Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen waren allein im ersten Monat der Gewalt 6700 Rohingya getötet worden. Rund 700.000 Angehörige der Minderheit sind bereits ins überwiegend muslimische Bangladesch geflohen.

          Weitere Themen

          Die Beschlüsse des Klimagipfels von Kattowitz

          Pariser Regelbuch : Die Beschlüsse des Klimagipfels von Kattowitz

          Beim Klimagipfel in Kattowitz haben sich Vertreter aus mehr als 190 Staaten auf ein Paket geeinigt, das die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015 voranbringen soll: das Pariser Regelbuch. Die zentralen Punkte im Überblick.

          Neue Streiks vor Weihnachten? Video-Seite öffnen

          Einigung von Bahn und EVG : Neue Streiks vor Weihnachten?

          Die Deutsche Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) haben sich in Berlin auf einen weitreichenden Tarifabschluss verständigt. Die Löhne steigen in zwei Stufen um insgesamt 6,1 Prozent.

          Heftige Proteste gegen die Regierung Video-Seite öffnen

          Gesetzesänderung in Ungarn : Heftige Proteste gegen die Regierung

          Die Demonstranten kritisieren unter anderem die Verabschiedung eines neuen umstrittenen Arbeitsgesetzes, das es Arbeitgebern ermöglichen soll, von ihren Angestellten bis zu 400 Überstunden pro Jahr verlangen zu können.

          Topmeldungen

          Einmal mehr hatte Paco Alcacer (Mitte) großen Anteil am Dortmunder Erfolg.

          Dortmunds 2:1 gegen Bremen : Wie berauscht

          Der Tabellenführer der Bundesliga ist derzeit nicht zu stoppen: Gegen Werder Bremen kommt die Borussia zu einem verdienten Heimerfolg und ist nun inoffizieller Herbstmeister. Kurz vor dem Schlusspfiff wird es nochmal turbulent.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.