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Putsch in Myanmar : Rückfall in die schlechte alte Zeit

  • -Aktualisiert am

Ein paar Jubler gibt es schon: Militäranhänger feiern in Rangun den Putsch Bild: dpa

Mit der Demokratie in Myanmar hatten sich die Generäle nie wirklich abgefunden. Jetzt regieren sie wieder. Dabei wurde schon vor langer Zeit bewiesen, dass sie es nicht können.

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          Myanmar war in den vergangenen Jahren sicher keine Musterdemokratie. Aber im Vergleich zu den Jahrzehnten zuvor nahm das südostasiatische Land doch eine positive Entwicklung. Einzig die Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Rohingya hinterließ international einen sehr negativen Eindruck. Besonders enttäuschend war in diesem Zusammenhang die Haltung der starken Frau der myanmarischen Politik, Aung San Suu Kyi. Sie wollte, genau wie das Militär, hier partout kein Problem sehen.

          Die Sorge um das Wohlergehen der Rohingya und anderer Minderheiten in dem ethnisch sehr diversen Land war also ganz sicher nicht der Grund für den Putsch der Soldaten vom Montag. Vielmehr haben sich die führenden Militärs mit der sich allmählich entwickelnden Demokratie niemals abgefunden, obwohl ihnen mehr als genug Privilegien im politischen System zugestanden wurden. Die Lippenbekenntnisse der Putschisten zu demokratischen Wahlen und einem Mehrparteiensystem sind deshalb kaum ernst zu nehmen.

          Wie in allzu vielen Ländern glauben auch die Generäle in Myanmar, dass sie ein Land besser regieren können als zivile Politiker. Den Beweis für diese These sind die Soldaten noch immer und überall schuldig geblieben. Dass die Übernahme der Macht in materieller Hinsicht für die Putschisten sicher kein Nachteil ist, wird demgegenüber natürlich verschämt verschwiegen. Das hat den Rückfall in vergangene Zeiten sicher erleichtert.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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