https://www.faz.net/-gpf-a9ly2
Till Fähnders (fäh.)

Nach dem Putsch in Myanmar : Die Gegenregierung braucht Unterstützung

Mit Wassertaschen gegen Tränengas: Passanten betrachten in Yangon die Überreste der jüngsten Proteste am Sonntag. Bild: Reuters

Auch wenn ihr Aufruf zur Revolution spät kommt: Das Ausland sollte die untergetauchten Abgeordneten in Myanmar als legitime Vertretung des Landes anerkennen.

          1 Min.

          Der Aufruf der untergetauchten Abgeordneten in Myanmar zur Revolution kommt spät. Längst hat der Widerstand gegen das Militär das Ausmaß eines Volksaufstands erreicht. Im Namen „zivilen Ungehorsams“ haben viele Tausende Staatsbedienstete ihre Arbeit niedergelegt.

          Die Putschgeneräle sind damit konfrontiert, dass Wirtschaft, Institutionen und Finanzwesen praktisch lahmliegen. Trotz der wachsenden Zahl der Toten und Verletzten unter den Demonstranten stellen sich immer noch täglich Tausende von ihnen den Gewehrläufen entgegen.

          Das Volk bezahlt mit Blut für seinen Mut, sich der Diktatur nicht zu unterwerfen. Die Gefahr gewalttätiger Reaktion und gar eines Bürgerkriegs nimmt zu. Obwohl der Aufstand längst über die Abgeordneten hinausgewachsen ist, ist es verständlich, dass sie, die sich als die eigentliche Regierung des Landes verstehen, nun an die Spitze des Widerstands stellen wollen. Als rechtmäßig gewählte Volksvertreter verdienen sie es, gehört zu werden.

          Ein nächster Schritt könnte darin bestehen, dass das Ausland ihr „Komitee“ als die legitime Vertretung des Landes bestätigt. Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte, dass die internationale Gemeinschaft einem Putschregime die Anerkennung verweigert und eine Gegenregierung unterstützt. Und wer sonst sollte den von einigen geforderten Dialog mit dem Militär führen, wenn nicht die Abgeordneten?

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Weitere Themen

          Acht Abweichler sollt ihr sein

          Wahl Reiner Haseloffs : Acht Abweichler sollt ihr sein

          Schon wieder wird Sachsen-Anhalts Ministerpräsident erst im zweiten Anlauf bestätigt. In Magdeburg wird wild spekuliert: War es ein organisierter Aufstand? Oder eine Verkettung von Einzelaktionen?

          Gespräche für Hungerstreikenden nach Wahl Video-Seite öffnen

          Laschet bietet an : Gespräche für Hungerstreikenden nach Wahl

          Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hat den Hungerstreikenden in Berlin gemeinsam mit den beiden anderen Kanzlerkandidaten ein Gespräch angeboten - allerdings erst nach der Bundestagswahl. Bei einer Wahlkundgebung in Bremen wurde Laschet immer wieder von Zwischenrufern unterbrochen.

          Topmeldungen

          Wiedergewählt im zweiten Anlauf: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (links) bei der Vereidigung

          Wahl Reiner Haseloffs : Acht Abweichler sollt ihr sein

          Schon wieder wird Sachsen-Anhalts Ministerpräsident erst im zweiten Anlauf bestätigt. In Magdeburg wird wild spekuliert: War es ein organisierter Aufstand? Oder eine Verkettung von Einzelaktionen?
          Australien taucht ab – aber nicht mehr mit U-Booten aus Frankreich.

          Sicherheitspakt im Pazifik : Ein Deal entzweit den Westen

          Australien, die USA und Großbritannien haben einen Sicherheitspakt geschlossen, der Canberra Zugang zu Atom-U-Booten ermöglicht. Frankreich fühlt sich durch die Vereinbarung betrogen und reagiert enttäuscht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.