https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/myanmar-die-gegenregierung-braucht-unterstuetzung-aus-dem-ausland-17244506.html
Till Fähnders (fäh.)

Nach dem Putsch in Myanmar : Die Gegenregierung braucht Unterstützung

Mit Wassertaschen gegen Tränengas: Passanten betrachten in Yangon die Überreste der jüngsten Proteste am Sonntag. Bild: Reuters

Auch wenn ihr Aufruf zur Revolution spät kommt: Das Ausland sollte die untergetauchten Abgeordneten in Myanmar als legitime Vertretung des Landes anerkennen.

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          Der Aufruf der untergetauchten Abgeordneten in Myanmar zur Revolution kommt spät. Längst hat der Widerstand gegen das Militär das Ausmaß eines Volksaufstands erreicht. Im Namen „zivilen Ungehorsams“ haben viele Tausende Staatsbedienstete ihre Arbeit niedergelegt.

          Die Putschgeneräle sind damit konfrontiert, dass Wirtschaft, Institutionen und Finanzwesen praktisch lahmliegen. Trotz der wachsenden Zahl der Toten und Verletzten unter den Demonstranten stellen sich immer noch täglich Tausende von ihnen den Gewehrläufen entgegen.

          Das Volk bezahlt mit Blut für seinen Mut, sich der Diktatur nicht zu unterwerfen. Die Gefahr gewalttätiger Reaktion und gar eines Bürgerkriegs nimmt zu. Obwohl der Aufstand längst über die Abgeordneten hinausgewachsen ist, ist es verständlich, dass sie, die sich als die eigentliche Regierung des Landes verstehen, nun an die Spitze des Widerstands stellen wollen. Als rechtmäßig gewählte Volksvertreter verdienen sie es, gehört zu werden.

          Ein nächster Schritt könnte darin bestehen, dass das Ausland ihr „Komitee“ als die legitime Vertretung des Landes bestätigt. Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte, dass die internationale Gemeinschaft einem Putschregime die Anerkennung verweigert und eine Gegenregierung unterstützt. Und wer sonst sollte den von einigen geforderten Dialog mit dem Militär führen, wenn nicht die Abgeordneten?

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

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