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Mutter Teresa heilig : „Unermüdliche Arbeiterin der Barmherzigkeit“

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Viele Tausend Menschen drängten auf den Petersplatz Bild: dpa

Für viele war sie schon zu Lebzeiten eine Heilige, nun ist sie es offiziell: Papst Franziskus hat Mutter Teresa heiliggesprochen. Doch der Schritt ist nicht unumstritten.

          Papst Franziskus hat Mutter Teresa 19 Jahre nach ihrem Tod heiliggesprochen. Vor Zehntausenden Gläubigen aus aller Welt nannte er die Ordensgründerin am Sonntag in seiner Predigt auf dem Petersplatz in Rom eine „unermüdliche Arbeiterin der Barmherzigkeit“. Mutter Teresa (1910-1997) sei ein Vorbild an Heiligkeit und christlichem Glauben, der Radikalität und Mut erfordere. Die albanische Nonne war 1979 für ihren Einsatz für Arme und Kranke vor allem in Sterbehäusern in Kalkutta mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

          Die neue Heilige habe ihre Stimme vor den Mächtigen der Welt erhoben, damit sie angesichts der „Verbrechen der Armut, die sie selbst geschaffen hatten“, ihre Schuld erkannten, sagte das Kirchenoberhaupt. „Es gibt keine Alternative zur Barmherzigkeit“, mahnte der Papst bei der Zeremonie in Anwesenheit von Kardinälen und Bischöfen aus aller Welt.

          Vorbild: Mutter Teresa im Jahr 1997

          Christliches Leben bestehe nicht nur in der Bereitschaft, anderen Menschen in Not zu helfen. Ohne Berufung zur Nächstenliebe, mit der die Gläubigen ihr Leben in den Dienst von Jesus Christus stellten, seien Hilfsgesten steril, sagte Franziskus in seiner Predigt.

          Die 1910 in Skopje im heutigen Mazedonien als Anjezë Gonxha Bojaxhiu geborene Heilige trat mit 18 Jahren in den irischen Orden der Loreto- Schwestern ein. 1950 gründete sie den Orden der „Missionarinnen der Nächstenliebe“.

          Doch sehen viele die Heiligsprechung auch kritisch. Mutter Teresa wird vorgeworfen, nur die Symptome der Armut statt die Ursachen bekämpft zu haben, auch ihre Einstellung zu Abtreibung und Verhütung gefiel Kritikern nicht. Zudem tauchten nach ihrem Tod Briefe auf, aus denen hervorgeht, dass Mutter Teresa oft an Gott zweifelte. Eine Dokumentation prangerte Missstände in Mutter Teresas Heimen an.

          Umstrittene Wunder

          Das Interesse an der Heiligsprechung in Rom war dennoch enorm. Neben Hunderttausenden Menschen vor Ort wurde das Ereignis im Fernsehen in mehr als 100 Länder übertragen. Zahlreiche internationale Delegationen, darunter auch aus Indien, waren auf dem Petersplatz dabei. Tausende Sicherheitskräfte waren im Einsatz, über dem Vatikan war am Sonntagvormittag eine Flugverbotszone eingerichtet worden.

          Die Heiligsprechung nur etwa 19 Jahre nach ihrem Tod ist eine der schnellsten in der Geschichte der katholische Kirche. Nur sechs Jahre nach ihrem Tod war Mutter Teresa 2003 bereits von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen worden. Im vergangenen Jahr erkannte Papst Franziskus dann das für die Heiligsprechung nötige zweite Wunder an und machte den Weg frei. Dass ihr erstes Wunder, die Heilung einer Frau in Indien von Krebs, umstritten ist, hielt den Prozess nicht auf.

          Mit Hilfe von Mutter Teresa soll ein schwer kranker Brasilianer im Jahr 2008 von mehreren Infektionen im Gehirn geheilt worden sein. Vorher hatten er und seine Frau zu der damals bereits gestorbenen Nonne gebetet. „Ich bin sehr dankbar, mein größtes Wort ist Dankbarkeit“, sagte Marcílio Haddad Andrino, der mittlerweile gegen jede medizinische Wahrscheinlichkeit mit seiner Frau Kinder hat.

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