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Zimbabwe-Kommentar : Ein kaputtregiertes Land

Nach Mugabes Sturz könnten in Zimbabwe positive Kräfte freigesetzt werden. Doch die negativen Szenarien sind wahrscheinlicher.

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          An den Problemen Zimbabwes wird der Sturz Robert Mugabes zunächst nicht viel ändern: Alte Männer drängen einen Greis aus dem Amt, weil er und seine Frau durch das Zusammenwirken von Altersschwäche und Habgier das System in Gefahr gebracht haben, das die Veteranen des Befreiungskampfes gemeinsam aufgebaut haben – und das sie gemeinsam genutzt haben, um ihr Land auszurauben und Gegner auszuschalten.

          Es ist nicht zu erwarten, dass von den Putschisten der Anstoß zu Demokratisierung oder Wirtschaftsreformen ausgeht. Aber wenn sich in einem über Jahrzehnte bestehenden autoritären System die Machtverhältnisse ändern, dann geraten oft so viele Dinge gleichzeitig in Bewegung, dass zunächst niemand mehr wirklich Herr der Lage ist. Und dann ist vieles möglich.

          Es können positive Kräfte freigesetzt werden, es kann zu Machtkämpfen in der Elite kommen, und das ohnehin kaputtregierte Land stürzte in eine Tragödie. Und es können sich auch die Putschisten durchsetzen. Es sind nicht nur mehr negative Szenarien denkbar – sie sind auch wahrscheinlicher.

          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.

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