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Mueller-Bericht : Diese Russland-Sache

Wie viel Hilfe leistete Moskau Trump im Präsidentschaftswahlkampf? Bild: AP

Sex, Lügen und eigenartige Treffen: Viele Ergebnisse der Ermittlungen von Sonderstaatsanwalt Mueller lassen Donald Trump und seine Umgebung in einem eigenartigen Licht erscheinen.

          Abwarten und Golf spielen. Wenn man Donald Trumps Sprecherin glauben darf, hat der Präsident zunächst keine Anstalten gemacht, sich von seinem Justizminister über den Abschlussbericht von Sonderstaatsanwalt Robert Mueller unterrichten zu lassen. Die Kommunikationsstrategie hatte das Weiße Haus allerdings schon festgelegt, bevor Mueller seine Arbeit am Freitag nach rund 22 Monaten beendete. Demnach entlaste der so lange als „Hexenjäger“ beschimpfte Mueller Trump vom Vorwurf einer Verschwörung mit dem Kreml. Die Hoffnung auf eine Art Persilschein gründet in der Erwartung, dass Mueller Vorgänge beschreibt, die der Öffentlichkeit längst scheibchenweise bekannt geworden sind: durch Muellers Anklageschriften, Kongress-Untersuchungen oder Enthüllungsgeschichten.

          Andreas Ross

          Redakteur in der Politik.

          Muellers Ermittlungen begannen im Mai 2017. Der frühere FBI-Direktor wurde vom stellvertretenden Justizminister Rod Rosenstein zum Sonderstaatsanwalt ernannt, nachdem Trump wenige Tage zuvor FBI-Direkter James Comey entlassen hatte. Als Begründung für Comeys Rauswurf nannte Trump „diese Russland-Sache“. Muellers Mandat umfasste daher die Untersuchung „jedweder Verbindung und/oder Koordinierung zwischen der russischen Regierung und Personen im Umfeld des Wahlkampfstabs von Präsident Donald Trump“. Er setzte somit Ermittlungen fort, die das FBI schon 2016 eingeleitet hatte. Doch Muellers Arbeit beschränkte sich nicht auf „diese Russland-Sache“. Obendrein hatte er „jedweder Angelegenheit“ nachzugehen, die sich „aus der Untersuchung ergab oder direkt ergeben mag“. Drittens sollte er sein Augenmerk auf Falschaussagen, Zeugeneinschüchterungen oder andere Versuche richten, die Aufklärung und den Gang der Justiz zu behindern.

          Zwischen Oktober 2017 und Januar 2019 hat Mueller 34 Personen angeklagt oder ihnen Schuldgeständnisse abgerungen. Darunter sind 25 russische Geheimdienstler und „Berufstrolls“, die wohl nie einen amerikanischen Gerichtssaal betreten werden, um sich wegen Wahlmanipulation zu verantworten; außerdem ein Helfershelfer aus Kalifornien, der wegen Identitätsdiebstahls verurteilt wurde.

          Heikler wird es für Trump bei den restlichen acht: sieben ehemaligen Beratern und einem Mittelsmann, die sich zum Teil kleinerer Vergehen schuldig bekannten und mit Mueller kooperierten. Die Liste der von Mueller belangten Personen reicht von Trumps zweitem Wahlkampfleiter Paul Manafort, dessen langjährigen Mitarbeitern Rick Gates und Konstantin Kilimnik sowie ihrem Londoner Kontaktmann Alex van der Zwaan über den jungen Energiepolitik-Berater George Papadopoulos bis zu drei Schwergewichten aus Trumps Umfeld: seinem langjährigen Vertrauten Roger Stone, seinem Anwalt Michael Cohen und seinem ersten Sicherheitsberater Michael Flynn.

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          Auch Demokraten bangen, dass Mueller im wesentlichen bekannte Vorwürfe auflistet, die in der öffentlichen Bewertung des Präsidenten längst eingepreist sind. Schließlich wird die Öffentlichkeit seit rund zweieinhalb Jahren mit immer neuen Puzzlestücken versorgt, und viele haben sich ihr Bild längst gemacht.

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