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Redfish, Maffick Media und RT : Des Kremls neue Medien

Menschen spazieren an der Basilius-Kathedrale in Moskau. Bild: AFP

Moskau finanziert Propagandakanäle für Umweltbewegte und Linke in Berlin. Deren Ideologie spielt dabei keine Rolle. Vielmehr wird alles genutzt, was dem Westen schadet.

          7 Min.

          Holger Rothbauer ist überrascht. Die junge Frau und die beiden jungen Männer, die ihn vor einigen Monaten interviewten, gaben sich als Mitarbeiter einer kleinen Firma aus, die kritische Dokumentarfilme drehe. Sie hätten behauptet, Aufträge aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich zu beziehen. Der Rechtsanwalt aus Tübingen, der sich schon lange gegen deutsche Rüstungsexporte engagiert und gegen den Waffenhersteller Heckler & Koch prozessiert hat, wollte den Leuten des vermeintlichen Start-ups keinen Korb geben. So kam die Medienfirma Redfish zu einem Interview für das englischsprachige Video „Krieg für den Export: Deutschlands blutiges Geheimnis“.

          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Was Rothbauer nicht wusste: Redfish ist ein Unternehmen, das dem russischen Staat gehört. Sein alleiniger Gesellschafter ist, wie ein Blick ins Handelsregister zeigt, die Video-Nachrichtenagentur Ruptly GmbH. Ruptly wiederum ist aus dem russischen Sender RT, früher Russia Today, hervorgegangen und Teil der russischen Medienholding „Rossija Sewodnja“. In ihr hat der Kreml seine Auslandsmedien organisiert.

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