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Mosaikenstreit in Russland : Ein Gotteshaus in Uniform

Soll bald eingeweiht werden: Die dritthöchste orthodoxe Kirche der Welt. Bild: Imago

In der Nähe von Moskau entsteht die dritthöchste orthodoxe Kirche der Welt. Sie ist den Streitkräften der Russischen Föderation gewidmet – und erregt Ärger mit fragwürdigen Mosaikbildern.

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          Schon jetzt ist der „Park Patriot“ des Verteidigungsministeriums in der Nähe von Moskau ein Mekka für Militärenthusiasten. Man kann sowjetische Panzer und in Syrien erbeutete Waffen bewundern, dem Sieg von 1945 in einem Partisanendorfmodell und an einem Miniaturnachbau des Reichstags nachspüren. Dabei krönt das Berliner Parlamentsgebäude nicht die im Krieg zerstörte, sondern die moderne Kuppel, was seiner spielerischen Erstürmung durch die „Junarmija“, die von Verteidigungsminister Sergej Schojgu gegründete „Jugendarmee“ für junge Russinnen und Russen, aktuelle Würze verleiht. Zudem ist das Erlebnisgelände, das gerade wegen der Corona-Pandemie geschlossen bleiben muss, Austragungsort von Militärwettkämpfen wie dem „Panzerbiathlon“. Auch religiösen Beistand gibt es schon: Anfang 2016 erhielt der „Park Patriot“ eine kleine Kirche aus Holz.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Doch jetzt kommt ein Gotteshausgigant der Russischen Orthodoxen Kirche dazu: eine Kirche, die Christi Auferstehung im Namen führen, aber vor allem „Hauptkirche der Streitkräfte der Russischen Föderation“ wird. Der Bau ist mit dem Kreuz auf der Spitze 95 Meter hoch und damit weltweit die dritthöchste orthodoxe Kirche. Er soll 6000 Personen fassen und ist khakifarben. Es sieht aus, als trage das Gotteshaus unter goldfarbenen Dächern und Kreuzen eine Uniform.

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