https://www.faz.net/-gpf-aishv

Am Pariser Flughafen : Verdächtiger im Mordfall Khashoggi festgenommen

  • Aktualisiert am

2018 in Istanbul ermordet: der Journalist Khashoggi in einer Pressekonferenz in Manama im Jahr 2014 Bild: AFP

Mehr als drei Jahre nach der Ermordung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Kashoggi hat die französische Grenzpolizei einen mutmaßlichen Täter festgenommen. Er wollte einen Flug Richtung Riad nehmen.

          1 Min.

          Die französische Grenzpolizei hat in Paris ein mutmaßliches Mitglied des Killerkommandos festgenommen, das für die Ermordung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Kashoggi verantwortlich gemacht wird. Der 33-Jährige Khalid A. wurde am Dienstagmorgen am Flughafen Roissy festgenommen, als er einen Flug Richtung Riad nehmen wollte, wie aus Justizkreisen verlautete.

          Der Mann sei wegen eines internationalen Haftbefehls festgehalten worden, den die Türkei veranlasst hatte. Er soll am Mittwoch der Justiz vorgeführt werden. 

          Der 59-jährige Regierungskritiker Khashoggi war am 2. Oktober 2018 im saudiarabischen Konsulat in Istanbul ermordet worden. Er hatte dort einen Termin zur Vorbereitung der Hochzeit mit seiner Verlobten, einer türkischen Staatsbürgerin. Nach offiziellen Angaben aus der Türkei und den USA wartete in der Vertretung ein 15-köpfiges Kommando, ermordete ihn und ließ seine Leiche verschwinden.

          Macron trifft sich mit Bin Salman

          Sowohl ein Sondergesandter der UNO als auch der US-Geheimdienst CIA waren zu dem Schluss gekommen, dass Kronprinz Mohammed bin Salman direkt in Khashoggis Ermordung verwickelt war. Aus Riad wurde dies vehement zurückgewiesen, der Fall brachte aber den De-facto-Herrscher international massiv unter Druck.

          Riad hatte 2018 nach wochenlangen Dementis schließlich zugegeben, dass Khashoggi „bei einem missglückten Einsatz zu seiner Festnahme“ getötet worden sei. In einem Prozess in Saudi-Arabien wurden fünf Todesurteile verhängt, die später in Haftstrafen umgewandelt wurden.

          Frankreichs Präsident Emmanuel Macron war trotz der Vorwürfe in der vergangenen Woche mit dem saudiarabischen Kronprinzen in Dschidda zusammengetroffen. „Wir konnten natürlich auch die Frage der Menschenrechte ansprechen“, hatte Macron nach seinem Treffen mit bin Salman gesagt. In den kommenden Wochen und Monaten werde sich zeigen, „ob wir in dieser Frage Fortschritte machen“.

          Macron war einer der ersten westlichen Staats- oder Regierungschefs seit der Ermordung Khashoggis, die den Kronprinzen besuchten. Der französische Präsident verwies auf das „demografische, wirtschaftliche, historische und religiöse Gewicht“ des erzkonservativen Golfstaates. Die Regionalmacht Saudi-Arabien ist ein wichtiger Gegenspieler des schiitischen Iran.

          Weitere Themen

          Somalischer Regierungssprecher verletzt Video-Seite öffnen

          Nach Attentat : Somalischer Regierungssprecher verletzt

          Der Regierungssprecher Mohamed Ibrahim Moalimuu befindet sich nach der Explosion im stabilen Zustand im Krankenhaus. Die militante islamistische Gruppe Al-Shabaab bekannte sich in ihrem Radiosender Andalus zu dem Anschlag.

          Biden: „Das war ein Terrorakt“

          Geiselnahme in Synagoge : Biden: „Das war ein Terrorakt“

          In einer Synagoge in Texas gab es eine Geiselnahme, Spezialkräfte befreiten alle Geiseln. Bei dem Angreifer handelt es sich laut Polizei um einen Briten. Berichten zufolge verlangte er die Freilassung einer inhaftierten Pakistanerin.

          Topmeldungen

          Novak Djokovics Ausweisung : Schluss mit dem Ego

          Nach dem Entzug des australischen Visums für den serbischen Tennis-Star bleibt zwar ein schaler Nachgeschmack, aber für den eigenen Schaden ist er, wohl auch entsetzlich schlecht beraten, selbst verantwortlich.
          Ein Militärangehöriger am 9. Dezember 2021 bei Sentianivka in der Ostukraine

          Ukraine-Krise : Plant Russland eine False-Flag-Operation?

          Washington erhebt detaillierte Vorwürfe gegen Moskau. Und der Kreml gibt erstmals offen zu, dass der jüngste Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine dazu dient, Putins Forderungen nach „Sicherheitsgarantien“ durchzusetzen.