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Mord an Bhutto : CIA: Al Qaida steckt hinter dem Attentat

  • Aktualisiert am

Bhuttos Witwer Zardari will eine Untersuchung durch die Vereinten Nationen Bild: Reuters

Der pakistanische Präsident Musharraf bekommt Rückendeckung vom amerikanischen Geheimdienst CIA: Das Terrornetz Al Qaida sei für den Mord an der pakistanischen Oppositionsführerin Benazir Bhutto verantwortlich.

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          Nach Einschätzung des amerikanischen Geheimdienstes CIA sind die Terrororganisation Al Qaida und Verbündete des Stammesführers Baitullah Mehsud für den tödlichen Anschlag auf die pakistanische Oppositionspolitikerin Benazir Bhutto verantwortlich.

          Es gebe keinen Zweifel daran, dass von Al Qaida unterstützte Kämpfer des Stammesführers Baitullah Mehsud hinter der Tat steckten, sagte CIA-Chef Michael Hayden in einem am Freitag veröffentlichten Interview der „Washington Post“. Hayden beschrieb die Tat als Teil „einer organisierten Kampagne“ von Angriffen gegen pakistanische Politiker. Das Terrornetz wolle die Regierung von Präsident Pervez Musharraf destabilisieren und dem pakistanischen Staat schaden.

          Untersuchung durch die Vereinten Nationen?

          Damit gibt das CIA der pakistanischen Regierung Rückendeckung. Islamabad hatte die Ermordung der ehemaligen Premierministerin während einer Wahlkampfveranstaltung Ende Dezember von Anfang an „Terroristen“ zugeschrieben. Innerhalb der Bevölkerung wird diese Theorie jedoch bezweifelt: Fast jeder zweite Pakistaner geht einer Umfrage zufolge davon aus, dass die Regierung selbst hinter dem Attentat steckt.

          Hayden: Kein Zweifel, dass Al Qaida hinter der Tat steckt
          Hayden: Kein Zweifel, dass Al Qaida hinter der Tat steckt : Bild: AFP

          Auch Bhuttos Pakistanische Volkspartei (PPP) sowie ihr Witwer und Sohn, welche die Partei jetzt leiten, haben Zweifel. Sie fordern eine unabhängige Untersuchung durch die Vereinten Nationen.

          Musharraf auf Europareise

          Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf bricht am Sonntag zu einer neuntägigen Reise nach Belgien, Frankreich, Großbritannien und in die Schweiz auf. Die Reise ist Musharrafs erster Auslandsaufenthalt nach seiner umstrittenen Vereidigung für eine zweite Amtszeit als Präsident.

          In Brüssel werde Musharraf am Montag mit dem EU-Chefdiplomaten Javier Solana und weiteren Spitzenpolitikern der Europäischen Union zusammentreffen, teilte das Außenministerium in Islamabad am Freitag mit. Geplant sei zudem eine Rede vor dem Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten des Europäischen Parlaments. Den Angaben zufolge steht auch ein Gespräch mit dem belgischen Ministerpräsidenten Guy Verhofstadt auf dem Programm.

          Wahlen am 18. Februar

          Noch am Montagabend will Musharraf zu einem zweitägigen Staatsbesuch nach Frankreich weiterreisen, wo ein Treffen mit dem Präsidenten Nicolas Sarkozy vorgesehen ist. Anschließend wird das pakistanische Staatsoberhaupt am Weltwirtschaftsforum im Schweizer Wintersportort Davos teilnehmen, das vom 23. bis 27. Januar stattfindet. Den Abschluss der Reise bildet ein dreitägiger Staatsbesuch in Großbritannien. In London sind Gespräche mit Premierminister Gordon Brown und Vertretern der Wirtschaft geplant.

          In Pakistan sollen am 18. Februar Parlamentswahlen stattfinden. Nach dem Mord an der Benazir Bhutto und landesweiten Unruhen war die Abstimmung um sechs Wochen verschoben worden.

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