https://www.faz.net/-gpf-8y6ou

„Bodyslam“ in Montana : Republikaner-Kandidat soll Reporter umgerissen haben

  • Aktualisiert am

Kandidat Greg Gianforte (r.) ist kein Hänfling. Bild: AFP

Das wäre wohl selbst für Montana zu handfest: Ein republikanischer Kandidat für den Kongress soll unvermittelt einen Reporter angegriffen haben. Tonaufzeichnungen erhärten die Vorwürfe.

          1 Min.

          Einem republikanischen Kandidaten für den amerikanischen Kongress werden Tätlichkeiten gegen einen Journalisten vorgeworfen. Greg Gianforte habe ihn in seinem Wahlkampfbüro per „Bodyslam“ zu Boden gerissen, sagt Ben Jacobs, ein Reporter der britischen Zeitung „Guardian“. Dabei sei seine Brille zu Bruch gegangen.

          Der Vorfall ereignete sich in der Stadt Bozeman am Tag vor einer Nachwahl, bei der Tech-Millionär Gianforte gute Chancen auf Montanas Sitz im amerikanischen Repräsentantenhaus hat. Der bisherige Abgeordnete Ryan Zinke war als Innenminister ins Kabinett von Präsident Donald Trump berufen worden.

          Unvermittelter Angriff

          Nach Darstellung des Reporters hatte er Gianforte eine Frage zu Trumps Gesundheitsreform gestellt, als dieser auf ihn losging. „Das ist das seltsamste, das mir je in meiner Berichterstattung passiert ist“, sagte er seiner Redaktion per Telefon aus einem Krankenwagen.

          Gianfortes Sprecher stellte den Fall anders dar: Jacobs habe sein Aufnahmegerät dem Kandidaten „aggressiv“ ins Gesicht gehalten und das Büro trotz Aufforderung nicht verlassen. Gianforte habe lediglich das Gerät ergreifen wollen, als Jacob seine Hand ergriffen und beide zu Boden gerissen habe.

          Eine Tonaufnahme des Vorfalls widerspricht jedoch Teilen dieser Schilderung. Während eines Dialogs ist unvermittelt Lärm zu hören. Als nächstes sagt Gianforte: „Ich habe genug von euch Typen. Der letzte, der hier rein kam, war genau so. Hau ab!“ Daraufhin sagt Jacobs: „Sie haben mir gerade einen Body Slam verpasst und meine Brille kaputt gemacht.“ Als Gianforte ihn wieder auffordert, sich schleunigst zu verziehen, sagt der Reporter, er werde die Polizei rufen.

          Eine Reporterin von Buzzfeed, die im Nebenraum war, bestätigte den Kern der Vorwürfe in einer Reihe von Tweets. Die örtliche Polizei teilte mit, sie untersuche den Vorfall.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.