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Mohammed-Bilder : Annan plant Sondergipfel über Karikaturenstreit

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„Konstruktiver Dialog zwischen Menschen verschiedenen Glaubens” Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

UN-Generalsekretär Kofi Annan will am Wochenende mit führenden Politikern aus Europa und der islamischen Welt über eine Lösung des Karikaturenstreits beraten. In Nigeria kamen bei neuen Ausschreitungen zehn Menschen ums Leben.

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          UN-Generalsekretär Kofi Annan will am Wochenende mit führenden Politikern aus Europa und der islamischen Welt über den Streit über Mohammed-Karikaturen sprechen. Er habe kurzfristig eine Rede bei einer Konferenz der „Allianz der Zivilisationen“ in Qatar anberaumt, sagte Annans Sprecher am Montag.

          Die Initiative „Allianz der Zivilisationen“ geht auf die Regierungen Spaniens und der Türkei zurück und hat ein besseres Verständnis zwischen dem Westen und der arabischen Welt zum Ziel. Annan hoffe, mit den Spitzenpolitikern Wege zu einer Beruhigung der Situation zu diskutieren. Zudem gehe es ihm um einen „konstruktiven Dialog zwischen Menschen verschiedener Glaubensrichtungen und Traditionen, der auf gegenseitigem Verstehen und Respekt gründet.“

          Zehn Tote bei neuen Ausschreitungen in Nigeria

          Die umstrittenen Karikaturen hatten in der islamischen Welt anhaltende und gewaltsame Proteste ausgelöst. Befürchtungen, die Unruhen könnten zu einem „Kampf der Kulturen“ führen, waren immer lauter geworden. Die Zeichnungen waren zunächst von einer dänischen Zeitung gedruckt und später von anderen vorwiegend europäischen Zeitungen nachgedruckt worden.

          Zwei Tage nach gewaltsamen Protesten gegen die Mohammed-Karikaturen in Nigeria sind bei neuen Kämpfen zwischen Muslimen und Christen zehn Menschen ums Leben gekommen. Die Ausschreitungen hatten begonnen, nachdem eine Lehrerin einer Schülerin einen Koran weggenommen hatte, in dem das Mädchen während des Unterrichts las.

          „Einige Studenten haben das falsch interpretiert“, sagte ein Behördensprecher am Dienstag. Als sich das Gerücht verbreitete, daß die Lehrerin den Koran konfisziert habe, sei die Gewalt am Montag abend ausgebrochen. Am Samstag waren im Bundesstaat Borno nach offiziellen Angaben 17 Menschen ums Leben gekommen.

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