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TV-Moderatorin Tomi Lahren : Jung, hübsch, rechts und Trumps größter Fan

  • -Aktualisiert am

Schön rechts: die Moderatorin Tomi Lahren Bild: Picture-Alliance

Tomi Lahren ist die neue Stimme der jungen Konservativen Amerikas. Sie ist zu rechts, um nicht zu polarisieren — und zu bekannt, um nur belächelt zu werden. Was treibt die Bewunderin Donald Trumps an?

          5 Min.

          Tomi Lahren nennt die „Black Lives Matter“-Bewegung „den neuen Ku Klux Klan“, Anti-Trump-Demonstranten „Heulsusen, die nichts Besseres zu tun haben, als mit ihrer Teilnahmeurkunde durch die Straßen zu rennen“, und „die moderaten [Muslime] von gestern die Terroristen von morgen.“ Tomi — mit Betonung auf dem „o“, wie bei „Tommy“ — ist gerade einmal 24 Jahre alt, blond, schlank, mit einem Gesicht fürs Fernsehen und einer Stimme voller Wut.

          Seit 2015 steht Lahren für den amerikanischen Multimedia-Sender „The Blaze“ mit ihrer Sendung „Tomi“ (fast täglich vor der Kamera. Sie hat eine steile Karriere hingelegt: Nach ihrem Abschluss in Politikwissenschaften und Fernsehjournalismus an der University of Nevada in Las Vegas bekam sie anstatt eines Praktikums direkt ihre erste eigene Sendung, „On Point with Tomi Lahren“, beim Kanal One America News Network. Nicht einmal 22 Jahre alt war Lahren, als die erste Folge ausgestrahlt wurde. Nach einem Jahr wechselte sie zu „The Blaze“, gegründet 2011 vom rechtskonservativen Medienmogul und ehemaligen Fox-News-Moderator Glenn Beck.

          Inzwischen ist sie mit ihrer Sendung „Tomi“ das Aushängeschild von „The Blaze“ — und die Stimme der jungen Konservativen Amerikas. „Junge Leute können sich nicht mit den Konservativen von Fox News identifizieren. Sie brauchen ein neues Gesicht, das mit ihnen redet, nicht zu ihnen“, sagte Lahren 2014 im Interview mit der Zeitung „Rapid City Journal“. Dieses neue Gesicht, das will sie sein — und sie ist auf dem besten Weg dahin.

          Man könnte ihre Polit-Sendung „Tomi“ mit einem Lächeln abtun, die Aussagen der Moderatorin als Geschwätz bezeichnen und Lahren zum Barbiepüppchen der amerikanischen Rechten reduzieren, wie es viele ihrer Gegner tun. Doch da wären die 4,2 Millionen User, die auf Tomi Lahrens Facebook-Profil auf „Gefällt mir“ gedrückt haben, die 655.000, die ihr auf Twitter folgen, und die 678.000, die ihr tägliches Leben auf Instagram verfolgen. Tomi Lahren ist die Internetprominenz nicht mehr wegzunehmen, bis zu 66 Millionen Mal werden ihre Videos auf Facebook angeklickt. Dabei polarisieren sie wie wohl kaum ein Jugendphänomen dieser Tage, denn Tomi eckt an, nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie sei keine Rassistin, betont sie immer wieder, und sie verurteile die „alt-right“-Bewegung, wie sie der „New York Times“ im Dezember sagte. Dennoch macht sie „Black Lives Matter“ für den Tod von fünf Polizisten bei einer Schießerei 2016 in Dallas verantwortlich und bezeichnet die Bewegung regelmäßig als „militante Organisation“.

          Woher kommt Tomi Lahrens Wut?

          Besonders ihre „Final Thoughts“, auf deutsch „Schlussgedanken“, sind es, die Tomi Lahren im Netz berühmt gemacht haben. In dem kurzen Schlusssegment ihrer Sendung gibt Lahren ihre Meinung zu umstrittenen Themen aus Politik und Popkultur zum Besten, von Beyoncés Superbowl-Auftritt im Februar 2016 bis zum amerikanischen Präsidenten Donald Trump und dessen dubioser Aussage zu angeblichen Geschehnissen in Schweden . Sie pocht auf ihr Recht, „andere in Stücke zu reißen“, und das mit dem größten Vergnügen.

          Wie kommt es, dass eine 24 Jahre alte Fernsehmoderatorin mit Ba­che­lor­ab­schluss, die enge Kleider und rosafarbene Spitzenblusen trägt, in diesem Alter bereits so unglaublich wütend ist? Das sei sie gar nicht, war Lahrens Antwort, als ihr der südafrikanische Moderator Trevor Noah in seiner Sendung „The Daily Show“ im November genau diese Frage stellte. „Es gibt einfach Dinge, die gesagt werden müssen, und viele haben Angst davor, sie zu sagen“, so Lahren. Von ihren Anhängern wird sie dafür im Netz gefeiert, von ihren Gegnern in Facebook-Kommentaren selbst in Stücke gerissen.

          Aufgewachsen ist Tomi Lahren in Rapid City einer Kleinstadt im Bundesstaat South Dakota. Ihr Großvater kämpfte für die Vereinigten Staaten im Zweiten Weltkrieg, ihre Eltern arbeiteten in der Viehwirtschaft und Tomi selbst ist verliebt in ihr Land, „die großartigste Nation der Erde.“ 

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