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Mobilmachung in Russland : Putins Versprechen trägt nicht länger

Polizisten nehmen in Moskau am Mittwoch einen Mann fest. Bild: AFP

Plötzlich kommt der Krieg den Russen näher. Die Mobilmachung verläuft chaotisch, Demonstranten werden einberufen, an den Grenzen bilden sich Staus. Mancher sieht schon das Scheitern voraus.

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          In der Ungewissheit, die am Mittwoch nach Präsident Wladimir Putins Ansprache zur „Teilmobilmachung“ von „Reservisten“ hereinbrach, suchten viele Russen Halt an Tabellen, wie sie das Staatsfernsehen zeigte. Drei Kategorien gibt es, maßgeblich für die Einteilung sind der militärische Dienstgrad und das Alter, und die Mächtigen nährten die Illusion, dass alles so formal zugehen werde.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.
          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Ein Mitglied des Verteidigungsausschusses der Duma, des Unterhauses, sagte, „anscheinend“ würden zuerst Männer der ersten Kategorie eingezogen. Dazu zählen etwa einfache Soldaten und Matrosen bis 35 Jahre, bei höheren Dienstgraden auch ältere Männer. Eine zweite Klasse beginnt für einfache Ränge bei 45 Jahren, die dritte bei 50; Frauen fallen stets in diese Klasse. Doch das Aufatmen, dass der Mann, der vor vielen Jahren gedient hat, jetzt mit Mitte 40 nur in die zweite Klasse falle, oder dass die Nichte, die als Ärztin dem Militär dienen könnte, nur zur dritten gehöre, hält den russischen Realitäten nicht stand.

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