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Mittelmeerroute : Vorschlag für EU-Flüchtlingszentrum in Spanien

  • Aktualisiert am

Aus Seenot gerettete Migranten im spanischen Hafen Algeciras nahe Gibraltar. Bild: dpa

Spanien ist nun das wichtigste Ziel für Migranten, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen. Der Zeitpunkt sei günstig für ein gemeinsames Aufnahmezentrum dort, sagt der Architekt des EU-Türkei-Flüchtlingspakts. Andere Länder müssen aber mitmachen.

          Der Vordenker des Flüchtlingspakts zwischen der EU und der Türkei, Gerald Knaus, hat ein Aufnahmezentrum für Migranten in Spanien vorgeschlagen. „Derzeit kommen mehr Menschen über das Meer nach Spanien als nach Italien“, sagte der österreichische Politikberater der „Welt“. Allein von Freitag bis Sonntag brachte die spanische Seenotrettung mehr als 1400 Bootsflüchtlinge vor der Südküste des Landes in Sicherheit.

          „Ich sehe gerade jetzt eine Chance für einen Durchbruch“, so Knaus. Dazu brauche es eine Koalition betroffener Staaten, die zeigen, wie praktische Lösungen aussehen können. „Warum richten Deutschland, Frankreich und die Niederlande nicht gemeinsam mit Madrid ein Aufnahmezentrum in Spanien ein?“ Dort sollten Asylentscheidungen ähnlich wie in den Niederlanden innerhalb weniger Wochen getroffen werden und unabhängige Anwälte faire Verfahren sichern. Anerkannte Flüchtlinge könnten auf Deutschland, Frankreich, Spanien und die Niederlande verteilt werden. Wer abgelehnt werde, müsse sofort in die Herkunftsländer zurück.

          Herkunftsländer müssen mitmachen

          Nötig seien dafür Abkommen mit den wichtigsten Herkunftsländern in Afrika, sagte der Migrationsforscher. „Wenn diese helfen, ab einem Stichtag jeden sofort zurückzunehmen, der keinen Schutz braucht, würden Kontingente für legale Migration in Form von Arbeitsvisa oder Stipendien zugesagt.“

          Knaus verwies in diesem Zusammenhang auf die im August anstehende Reise der Kanzlerin nach Westafrika. Schon vorher sollten Spanien, Frankreich und Deutschland jemanden benennen, „der in den wichtigsten Herkunftsländern ein gemeinsames Angebot vorbereitet“, schlug Knaus vor. In Deutschland gebe es „eine Mehrheit für die Unterstützung von wirklich Schutzbedürftigen“, so Knaus weiter. „Diese Mehrheit sucht derzeit eine Politik, die auch Kontrolle verspricht.“

          Knaus gilt als Architekt des von Bundeskanzlerin Angela Merkel vorangetriebenen Flüchtlingsdeals, mit dem seit 2016 die Zahl der Migranten, über die Türkei und die Ägäis versuchen, Griechenland und damit die EU zu erreichen, massiv eingeschränkt wurde. Seitdem hat der Weg über das Mittelmeer als Route an Bedeutung gewonnen – zuletzt vor allem nach Spanien.

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