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Rettungsschiff im Mittelmeer : EU-Länder nehmen Flüchtlinge von „Ocean Viking“ auf

  • Aktualisiert am

Migranten an Bord des Rettungsschiffs „Ocean Viking“ Bild: AFP

Für das auf dem Mittelmeer blockierte Rettungsschiff „Ocean Viking“ mit 356 Migranten an Bord gibt es eine Lösung. Malta will die Menschen erst einmal aufnehmen, bevor alle auf andere EU-Staaten verteilt werden.

          Die Flüchtlinge auf dem Rettungsschiff „Ocean Viking“ im Mittelmeer können aufatmen: Sechs EU-Länder, darunter Deutschland, haben sich zur Aufnahme der 356 Menschen an Bord bereiterklärt, wie die Regierung von Malta am Freitag mitteilte. 

          Malta werde die Menschen erst einmal aufnehmen, bevor alle auf andere EU-Staaten verteilt werden, twitterte Maltas Regierungschef Joseph Muscat am Freitag. Die Migranten sollten auf Frankreich, Deutschland, Irland, Luxemburg, Portugal und Rumänien verteilt werden. „Keiner wird in Malta bleiben“, betonte Muscat.

          Das Schiff lag zuletzt zwischen der italienischen Insel Lampedusa und Malta und wartete auf die Erlaubnis, einen Hafen ansteuern zu dürfen. 13 Tage nach der Rettung der ersten Menschen im Mittelmeer vor Libyen hatten die Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée am Donnerstag Alarm geschlagen. „Jeden Tag verschlechtert sich die Situation“, sagte der Arzt an Bord, Luca Pigozzi, laut einer Mitteilung. Die normalen Essensrationen reichten nur noch für fünf Tage. Zudem gebe es die Befürchtung, dass sich der Zustand einiger Migranten rapide verschlechtern könnte. Die „Ocean Viking“ harrte tagelang in internationalen Gewässern zwischen Malta und Italien aus.

          Die beiden Mittelmeer-Anrainer verweigern Hilfsorganisationen und ihren Rettungsschiffen immer wieder das Anlegen. Die Odyssee des spanischen Schiffs „Open Arms“ war erst in der Nacht zum Mittwoch nach fast drei Wochen dramatisch zu Ende gegangen. Das Schiff wurde vorläufig beschlagnahmt. Die italienische Küstenwache habe es untersucht und „schwerwiegende Unregelmäßigkeiten“ unter anderem mit Blick auf Sicherheitsaspekte festgestellt, erklärte die Behörde am Donnerstag. Solange diese Mängel nicht behoben seien, müsse das Schiff im sizilianischen Porto Empedocle bleiben.

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