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Mit 68 Jahren : Ghanas Präsident John Atta Mills gestorben

  • Aktualisiert am

John Evans Atta Mills im März dieses Jahres bei einem Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten Obama in Washington Bild: REUTERS

Der ghanaische Präsident John Atta Mills ist gestorben. Mills wollte bei den Wahlen im Dezember abermals kandidieren. Zum Nachfolger wurde dessen Stellvertreter John Dramani Mahama vereidigt.

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          Der Präsident von Ghana, John Evans Atta Mills, ist am Dienstag gestorben. Der 68 Jahre alte Politiker starb in einem Militärkrankenhaus der Hauptstadt Accra. Er sei erst wenige Stunden zuvor in die Klinik gebracht worden, hieß es in der Erklärung des Generalstabschefs John Henry Martey. „Mit schwerem Herzen geben wir den plötzlichen und vorzeitigen Tod des Präsidenten der Republik Ghana bekannt“, heißt es in dem Schreiben. Unbestätigten Berichten örtlicher Medien zufolge litt Mills an Kehlkopfkrebs.

          Zu Mills Nachfolger wurde dessen Stellvertreter John Dramani Mahama vereidigt. Nach seiner Vereidigung am Dienstagabend vor dem Parlament von Accra versprach der 53 Jahre alte Historiker und frühere Diplomat, dafür zu sorgen, dass sein Land weiterhin „friedlich, geeint und stabil“ bleiben werde. Gemäß der Verfassung wird Mahama bis zu den Präsidentschaftswahlen im Dezember die Amtsgeschäfte führen.

          Mills, der am Sonntag Geburtstag hatte, wollte bei den Wahlen im Dezember wieder kandidieren. Der studierte Jurist und Universitätsprofessor führte sein Land seit 2009. Von 1997 bis 2001 war er Vizepräsident unter dem damaligen Staatschef Jerry John Rawlings gewesen. Bevor er im Dezember 2008 bei den Wahlen äußerst knapp siegte, war er zweimal als Präsidentschaftskandidat bei Wahlen unterlegen.

          Ghana gilt als eine der wenigen funktionierenden Demokratien in Afrika. Friedliche Machtwechsel im vergangenen Jahrzehnt und ein Wirtschaftsboom in den letzten Jahren machten es zu einem Vorzeigestaat auf dem Kontinent. Der einzige Besuch des amerikanischen Präsidenten Barack Obama in Afrika südlich der Sahelzone galt deshalb auch Ghana mit seinen 25 Millionen Einwohnern. „Ghana (...) ist ein Vorbild für Afrika in der demokratischen Praxis“, hatte Obama noch im März bei einem Besuch Mills’ in Washington gesagt. Mills wollte bei den Wahlen im Dezember wieder kandidieren. Ghana gilt als eine der wenigen funktionierenden Demokratien in Afrika.

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