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Vor der Küste Libyens : Mission Lifeline rettet 100 Migranten

  • Aktualisiert am

Kapitän Claus-Peter Reisch ist zum ersten Mal mit der „Eleonore“ im Einsatz. Bild: dpa

Nach Angaben der Hilfsorganisation habe das Schlauchboot mit 101 Menschen an Bord bereits zu sinken begonnen. Kapitän Claus-Peter Reisch sucht nun nach einem sicheren Hafen.

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          Die Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline hat mit ihrem neuen Rettungsschiff „Eleonore“ nach eigenen Angaben 101 Menschen 31 Seemeilen von der libyschen Küste entfernt aus dem Mittelmeer gerettet. Kapitän Claus-Peter Reisch schrieb am Montag auf Twitter, der Einsatz sei „buchstäblich in letzter Sekunde“ erfolgt, da das Schlauchboot der Migranten bereits zu sinken begonnen habe. Nach Angaben von Mission Lifeline waren die Retter zuvor von der libyschen Küstenwache bedroht worden. „Wir brauchen jetzt einen sicheren Hafen“, erklärte Reisch. Der Kapitän bittet in der Angelegenheit auch die Bundesregierung um Hilfe. Die „Eleonore“ segelt unter deutscher Flagge. 

          Die zehnköpfige Crew der „Eleonore“ war erst am Freitag zu ihrem ersten Rettungseinsatz vor der libyschen Mittelmeerküste aufgebrochen. Das erste Schiff der Organisation, die „Lifeline“, war im vergangenen Sommer in Malta beschlagnahmt worden. Mit 234 geretteten Flüchtlingen an Bord hatte es dort erst nach tagelanger Irrfahrt anlegen dürfen.

          Kapitän Reisch wurde mit der Begründung angeklagt, das Schiff falsch registriert zu haben. Nach monatelangen Verzögerungen verurteilte ein Gericht in der maltesischen Hauptstadt Valletta den 58 Jahre alten Kapitän Mitte Mai zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro. Gegen das Urteil hat Reisch Revision eingelegt.

          Die maltesische Armee brachte unterdessen 73 Migranten an Land. Sie wurden in zwei gesonderten Operationen gerettet, wie die Streitkräfte am Montag mitteilten.

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